Christian Streiter bastelt an einem Citroen B 14 G aus dem Jahr 1928

85-jährigem Schätzchen neues Leben eingehaucht

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Christian Streiter (kleines Bild) ist stolz auf seinen Citroen B 14 G. Mit dem ersten Einsatz als Brautauto präsentierte er sein französisches Schätzchen der Öffentlichkeit. Der Klädener bekam viel Lob für seinen Oldtimer.

Kläden. Fast heimlich, still und leise ist in der Werkstatt von Christian Streiter in Kläden ein totgesagtes Automobil aus dem Jahr 1928 zum Leben erwacht. Streiter führte seinen Citroen B 14 G am Sonnabend erstmals offiziell vor.

Er chauffierte Silvio Bolz und dessen Freundin Madlen zum Standesamt in Arendsee. Und neben dem Brautpaar war der Wagen der Hingucker schlechthin. „Mir war schon als junger Bengel klar, dass ich einmal einen Oldtimer, ein Cabrio, ein schweres Motorrad und den Lkw fahren möchte, den ich schon als Lehrling fuhr“, so Streiter gegenüber der AZ. Ein Golf I-Cabrio gibt es, den S4000-Lkw, eine Chopper und nun den Citroen. Auslöser für den Wunsch nach einem Oldtimer war ein Spielzeugauto, das er schon als Kind besaß – es war ein ganz alter Mercedes, die Bauart ähnlich des Citroens.

Vor drei Jahren holte Streiter den Oldtimer aus Duisburg ab. Doch schnell wurde ihm klar, dass der Aufbau mit wenigen Wochen Arbeit nicht zu leisten war. Der Motor lag in Einzelteilen in einer Kiste, ein Zylinder war hin. Der Kühler fehlte, der Holzfußboden und die Sitze waren vergammelt. Ganze drei Jahre werkelte Streiter an dem Wagen, mit Unterstützung von Fachfirmen, wie einer Motorwerkstatt in Stendal. Ein Kühler kam per Post aus Frankreich, doch der war nicht zu gebrauchen. „Manchmal habe ich die Flinte ins Korn werfen wollen, ich hatte echt die Nase voll“, erzählt der Klädener. Als er aber am Sonnabend das Brautpaar fuhr und nach der Trauung das Auto auch wieder angesprungen war, da freute sich der Besitzer. Und von den Gästen ringsum gab es Beifall. Ein fast unbezahlbares Lob für hunderte Stunden Fleiß und Energie.

Das Modell stammt aus dem Jahr 1928 und wurde seit 1927 in zahlreichen Varianten gebaut. Auch wenn das Auto läuft, es gibt noch viel zu tun. Vor allem das Lederdach muss erneuert werden. Auch der Himmel soll neu entstehen.

Christian Streiter ist stolz auf sein Schätzchen. 85 Jahre hat es auf dem Buckel und dank des Klädeners bekam es ein zweites Leben. „Ich bin mir sicher, dass in Duisburg niemand den Mut gehabt hätte, sich daran zu trauen“, erklärte der Klädener.

Einige Details: 18 KW Leistung, 80 Stundenkilometer schnell und 1,3 Tonnen schwer.

Von Harry Güssefeld

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