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Wichtige Station auf der Poststrecke

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Das Dorf aus der Luft: Leppin liegt an der B 190 zwischen Arendsee und Seehausen.
Das Dorf aus der Luft: Leppin liegt an der B 190 zwischen Arendsee und Seehausen. © Freier Mitarbeiter

In diesem Jahr feiern mehrere Ortsteile von Arendsee ihre erste urkundliche Erwähnung. Zu ihnen gehört auch Leppin, das durch den Verkauf des Ortes durch Bruning von Leppin am 21. März 1322 an das Kloster Arendsee erstmals urkundliche Erwähnung fand.

Leppin – Da auch weitere Grundherren ihre Besitzungen an das Arendseer Kloster bis 1347 verkaufen, ist Leppin als Pfarrdorf von 1375 bis zur Reformation 1540 zum Klosterbesitz und danach zum Amt Arendsee bis 1873 gehörend. Vermutlich ist der Ort Leppin jedoch älter, da die Dorfkirche bereits im 13. Jahrhundert erbaut und der mächtige Turm im 16. Jahrhundert mit Backsteinen erneuert wurde. Das erste Pfarrhaus wurde 1551 erwähnt und war im Besitz der Familie Krusemark. Leppin ist jedoch eine Kirchfiliale von Neulingen.

Das Straßendorf Leppin ist dem Namen nach wendisch und soll von Leipa, die Linde, abgeleitet sein. Auf dem südöstlichen Teil der Feldmark liegt das Kossatenfeld mit einigen alten Gartenländereien und umgeben von der Kossatennachtweide. Die Bezeichnungen weisen darauf hin, dass dort eine alte wendische Siedlung gelegen hat, deren Einwohner sich nach der Zerstörung als Kossaten in Leppin niederließen.

Da das Straßendorf an der Poststrecke von Arendsee nach Seehausen lag, gab es eine Ausspanne sowie eine Poststation im Gasthaus von Paul Berger, die bis 1922 bestand. 1945 wurden 65 Familien mit Landbesitz unter 100 Hektar gezählt. Ein Hof hatte 106 Hektar Land und wurde enteignet. Im Jahre 1948 erhielten aus der Bodenreform acht Vollsiedler jeweils über, 26 Kleinsiedler unter fünf Hektar Land.

Nach der Wende wurde die Agrargenossenschaft Leppin am 5. Dezember 1991 gegründet. Zum damaligen Zeitpunkt bestand sie aus 81 Gründungsmitgliedern mit 1031 Hektar Ackerland und 592 Hektar Grünflächen.

Um das Jahr 1896 wurde von den Bauern des Ortes und der umliegenden Dörfer Neulingen und Harpe zur Verbesserung der Milchvermarktung eine Genossenschaftsmolkerei gegründet. Sie bestand bis 1958. Zuvor waren 1950 schon die Molkereien in Kläden, Kraatz, Schrampe und Zießau geschlossen wurden. Deren Milchlieferungen erfolgten danach nach Arendsee in die dortige Dampfmolkerei.

Die Freiwillige Feuerwehr Leppin wurde 1913 gegründet und hatte beim großen Brand 1925 in der Gaststätte Berger, als das Wohnhaus mit dem Saal in Flammen aufging, ihre Bewährungsprobe. Der Saal wurde 1927 wieder aufgebaut.

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