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30 Jahre KiEZ Arendsee: „Ein Aushängeschild für Sachsen-Anhalt“

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Von: Detlef Güssefeld

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Eine Frau in grünem Jackett nimmt anlässlich des 30. Geburtstages ihres Erholungsheims freudestrahlend eine dreistöckige Torte entgegen.
Zu einer Geburtstagsparty gehört natürlich auch eine Torte. Und die überreichte Christa Ringkamp (r.) vom Landhof Neulingen an KiEZ-Leiterin Kirsten Hohmeyer. © Harry Güssefeld

„An guten Tagen“ sang die Schülerband des Gymnasiums Lüchow gestern zu Beginn der Festveranstaltung anlässlich des 30. Geburtstages des Kinder- und Jugenderholungszentrums (KiEZ) Arendsee. Für das Team der Einrichtung war es auch ein schöner Tag, folgte man den Redebeiträgen der Offiziellen und Gäste. Der neu ins Amt gehobene KiEZ-Vorstandsvorsitzende Carsten Borchert durfte auch gleich eine Laudatio halten. „Mir wird warm ums Herz“, umriss er diesen Tag. Und als er sagte, dass das KiEZ auch ein Aushängeschild für ganz Sachsen-Anhalt sei, ging ein Raunen durch die Reihen.

Einheitlich in blaue Jacketts gekleidet singt ein Frauenchor unter Gitarrenbegleitung ein Lied.
Mit einem beeindruckenden Auftritt sang sich der Frauenchor Arendsee in die Herzen der Festgäste. „Hab Sonne im Herzen“ – dieser Titel war gestern ausdrücklich Programm. © Harry Güssefeld

Arendsee – Am 10. November 1992 gründete sich der Betreiberverein, die Geburtsstunde des KiEZ. Viele Millionen Euro sind seitdem investiert worden, auch dank erheblicher Fördermittel. Aus dem einstigen DDR-Ferienlager mit Zelten und einfachen Bungalows wurde eine moderne Ferienanlage, die immer noch nach Höherem strebt. Derzeit warte man auf den Titel „Kinder- und Jugendbildungsstätte“. Da klemme noch was, so die Landtagsabgeordnete Juliane Kleemann. Aber es gebe auch ihrerseits große Anstrengungen, den Titel Wirklichkeit werden zu lassen. Salzwedels Landrat Steve Kanitz versprach im Sinne seiner Vorgänger, Hans-Jürgen Ostermann und Michael Ziche, der Einrichtung alle Unterstützung zu geben. Der Landkreis sei stolz auf die Einrichtung, hieß es weiter. Und die Altmark sei keine strukturschwache Region, wie immer behauptet werde. „Wir sind eine andere Region“, machte er klar und berief sich dabei auf Aussagen der Wirtschaftsjunioren der Region. Das KiEZ sei etwas Besonderes, hob Kanitz hervor und dankte dessen Chefin Kirsten Hohmeyer und ihrem Team.

Drei Besucher stehen vor einer Schautafel und betrachten historische Fotodokumente aus DDR-Zeiten.
Schauwände mit Fotos aus DDR-Zeiten lassen die Geschichte der weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Einrichtung noch einmal aufleben. © Harry Güssefeld

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe nannte eine Zahl: 55 000 Übernachtungen im KiEZ seien eine Marke, die Arendsee und der Region gut zu Gesicht stehe. Und er erwähnte Projekte, die gemeinsam umgesetzt werden. So die Einrichtungen des Lesezimmers, an dem Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek maßgeblichen Anteil haben. Der Auftritt des Arendseer Frauenchores beeindruckte. Nicht nur durch die Anzahl der vielen Sängerinnen, sondern auch durch das kleine Programm. In Liedern erzählte der Chor aus dem Leben des Ferienlagers. Damit wurde auch an die Ferien in Arendsee erinnert, an die Tage der Unbeschwertheit und das Wiederkommens mit den Eltern nach Jahren. Das Lied „Hoch im Norden“ war ein Liebesbeweis an die Stadt. Und nach dem Lied „Hab Sonne im Herzen“ wünschte Sängerin Beate Potas den Menschen im KiEZ Mut, Freude und genau diese Sonne im Herzen. Im Anschluss an den öffentlichen Teil gab es Hinweise auf Ausstellungen und Projekte: So unter dem Schleppdach das Gebilde mit den Bäumen des Jahres, die teilweise auf dem Gelände gepflanzt wurden und gesucht werden können. Die Ausstellung „Jugend im Osten“ mit Bildern aus einer längst vergangenen Zeit hängt im Kaminzimmer. Und beeindruckend seit Monaten ist die Ausstellung der Miniaturwelten in Salzwedel. Nach dem Büfett gab es die „Queen“-Fahrt zum Abschluss der Geburtstagsfeier. Der Tag war voller guter Erinnerungen. Und die Bürger Arendsees haben heute ab 10 Uhr die Möglichkeit, während eines Tages der offenen Tür hinter die Kulissen der großen und weithin beliebten Ferieneinrichtung zu blicken.

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