Förderverein bekommt 16.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie

2024 soll der Nagel-Tempel in Arendsee stehen

Der Tempel am See – es war das wichtigste Gebäude auf dem Areal. FotoS: Sammlung SWZ
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Der Tempel am See – es war das wichtigste Gebäude auf dem Areal.

Arendsee – Ein kleiner Verein – der Gustaf-Nagel-Förderverein – hat über das Leaderprojekt 16 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bekommen.

1958 drohte der Verfall, 1962 wurde er abgerissen.

Antje Pochte, am Mittwoch zu Gast im Wirtschaftsausschuss, war voller Stolz, auch wenn rund 2000 Euro Eigenanteil geleistet werden müssen. „Für uns ist das ein Brocken“, sagte sie. Aber dennoch: Mit der Machbarkeitsstudie soll die Grundlage dafür gelegt werden, dass das Areal Nagel am Seeufer aufgewertet wird. Und ein ganz großes Ziel haben die Nagel-Freunde im Blick: 2024, zum 150. Geburtstag des Naturmenschen und Wanderpredigers, soll der Tempel wieder in altem Ganz erstrahlen. „Wir müssen uns dieses Ziel setzen und ganz hart dafür arbeiten“, sagte Antje Pochte und erhielt viel Lob für ihr Engagement.

Das Gustaf-Nagel-Projekt und die Anlage am See in ein Tourismuskonzept einzubetten, das Urlaubern und Einheimischen die Chance bietet, Arendsee im Ganzen zu erleben. Das wolle man in Zukunft erreichen. Überlegungen, das Areal so zu überarbeiten, dass sogar Eintrittsgelder möglich sind, den Steg aufbauen und auf der Obstwiese eine Station des geplanten Yoga-Projektes um den See zu installieren, all das schwebt der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Antje Pochte vor. Sie sprudelte so voller Ideen, sie brannte förmlich für ihre Überlegungen. Eine Internetseite solle auch noch entstehen.

Während Antje Pochte Dinge erklärte, die schwierig, aber vielleicht machbar sind, erscheint der Vorschlag des Vereins-Vorsitzenden Ulrich Seedorff etwas utopisch. Nachdem er erklärt hatte, die Stadt solle den Kaffeegarten von „Charly“ Schramm erwerben, auf dem ein weiterer Tempel Nagels stehe, hörten die Ausschussmitglieder zwar zu, signalisierten aber zugleich, dass die Stadt das Grundstück nicht kaufen könne. Der Tempel am Seehang droht abzurutschen, hieß es. Er weise Risse auf und müsse saniert werden, meinten einige Stadträte. Ergebnis: Man wolle sich dann doch lieber auf das Areal zwischen Seeufer und Promenade konzentrieren. Dort gebe es genügend Arbeit – und ein anspruchsvolles Vorhaben. Den Tempel am See.

Von den Nationalsozialisten verpönt, von den Kommunisten nicht geliebt und weggesperrt – und rund zehn Jahre nach dem Tod Nagels kamen die Werktätigen, um die letzten Erinnerungen an den Naturmenschen zu beseitigen: Die Wende brachte auch die Wende, mit Nagel umzugehen. Es war auch die Suche nach einer Figur, mit der die Stadt werben könnte – was darin gipfelte, dass es sogar schon einmal eine Idee gab, Arendsee in „Gustaf-Nagel-Stadt“ umzuwandeln. So weit ist es noch nicht, aber dank des Fördervereins wird die Erinnerung an Nagel wachgehalten. Und wie nun geplant, wird Nagel als Werbe-Ikone Arendsees weiter aufgewertet. Wenn es klappt mit dem Tempel, dann ist Arendsee auf jeden Fall um eine Attraktion reicher, war sich der Ausschuss sicher.

Der Verein sucht weiter nach Leuten, die mitmachen. Die ehrenamtliche Arbeit verlangt in den nächsten Monaten viele Unterstützer. Für das Gießen der Bäume, für Pflegearbeiten und für das große Ganze. VON HARRY GÜSSEFELD

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