Ronald „Pitt“ Krüger erinnert an Versprechen und ist mehr als enttäuscht

In Züden: „2020 und kein Handyempfang“

Täglich ärgert sich Ronald „Pitt“ Krüger über das Internet und fehlende Funknetze. Der pädagogische Leiter einer Jugendeinrichtung ist stinksauer.
+
Täglich ärgert sich Ronald „Pitt“ Krüger über das Internet und fehlende Funknetze. Der pädagogische Leiter einer Jugendeinrichtung ist stinksauer.

Zühlen / Arendsee – Manchmal habe er die Nase voll. Das, was Ronald „Pitt“ Krüger in Zühlen erlebt, wenn er aufs Internet oder die Telefonie angewiesen ist, macht ihn wütend.

Inhalt der Einladung zur Infoveranstaltung im Januar 2019 in Zühlen.

Die Adressaten sitzen nicht weit entfernt: Es sind der Zweckverband Breitband Altmark gleichermaßen wie auch die großen Telefonanbieter. „Die sich regelmäßig die Türklinke in die Hand geben, wenn sie über Investitionen in der Region sprechen“, sagte Krüger gestern im Gespräch mit der AZ. „Wenn es die vielen Versprechungen nicht gegeben hätte, hätte man verstanden, dass man in einem abgehängten Gebiet leben und arbeiten muss“, sagt der pädagogische Leiter der JuLe-GmbH, mit den Häusern in Zühlen und Thielbeer. Dort würden Jugendliche betreut – die in Notsituationen dringend Hilfe bräuchten. Da hapere es schon an der Handy-Alarmierung der Wehr im Brandfall.

„Pitt“ Krüger erinnert an die Einladung vom vergangenen Jahr. Da hatte der Zweckverband eingeladen. Am 9. Januar 2019 war es, als Bürgermeister Norman Klebe die Menschen in Euphorie versetzte, als er die Einladung des Zweckverbandes mit einem städtischen Schreiben ankündigte. „Ein Jahr, hatte man uns gesagt, dann wäre es fertig“, erzählt Krüger. „500 Megabit haben sie gesagt, 63 Millionen Euro Fördergelder stünden bereit, haben sie gesagt, für ältere Bürger würde alles einfacher, haben sie gesagt. Und das alles für 49,90 Euro, haben sie auch gesagt“, zählte der pädagogische Leiter auf. Und nun sei ein Jahr rum und keiner sage mehr etwas. „In Zühlen gibt es heute, im Jahr 2020, keinen Handyempfang“, schimpft „Pitt“ Krüger. Und er macht weiter: „Was sollen Urlauber hier, wenn sie Bilder vom Arendsee nicht versenden können, weil ihr Handy nicht funktioniert?“, heißt es weiter.

Er fühlt sich mit seinem Unternehmen alleingelassen. Die Quälerei, wichtige Informationen auszutauschen, erfordere einen großen Teil des Arbeitstages. Er wolle nicht schon wieder davon sprechen, dass Albanien besser versorgt sei als das hochgelobte Technikland Deutschland – doch es sei ein trauriger Fakt. Und nur deshalb, weil keine einheitliche Regelung getroffen werde und sich so viele Anbieter auf dem Markt tummelten – und alle richtig abkassieren wollen. „Wie lange soll es noch dauern, bis sich etwas bewegt, was uns tatsächlich weiterhilft?“, fragt Krüger.

Er reiht sich in die Vielzahl von Menschen ein, die in Arendsee auf Internet und Handytelefonie angewiesen sind, aber die Bedingungen dafür nicht vorfinden. Erinnert sei an das Gewerbegebiet Arendsee (wir berichteten). Unternehmer, Arbeitgeber sollen tief in die Tasche greifen, um ausreichend angeschlossen zu werden. Über diesen Fakt war im Rathaus nicht öffentlich gesprochen worden. Im Gegenteil: Diejenigen, die darüber sprachen, wurden von der Verwaltung gemaßregelt. Auch in Zießau hat sich nichts verändert. Die Telekom hatte jüngst Zießau offiziell ausgeschlossen.

VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare