Großes Potenzial mit dem Fahrrad

15 mögliche neue Radstrecken um Arendsee

Radfahrer bei Dunkelheit
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Radfahrer bei Dunkelheit
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Radfahren liegt voll im Trend. Weil das Fernreisen in Corona-Zeiten schwierig geworden ist und auch das Thema Klimawandel eine größere Rolle spielt, werden mehr und mehr heimische Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung entdeckt.

Arendsee – Die Stadt Arendsee hat sich durch das Poritzer Ingenieurbüro Bethge die bislang ungenutzten Radwegepotenziale aufzeigen lassen. 15 Pisten ist Dr. Dörthe Bethge-Steffens abgefahren und hat eine Ausbaukostenschätzung gleich mitgeliefert. In der Arendseer Politik wird nun bereits seit Wochen überlegt, welche der vorgeschlagenen Wege (siehe Infokasten unten) besonders interessant sind. Eine Priorisierung gibt es indes noch nicht.

Einen großen Haken hat die Sache: Der Bau von Radwegen kostet viel Geld. Mehr, als sich Arendsee leisten kann. Deswegen soll wie so oft der Weg über Förderprogramme gegangen werden. In diesem Fall zunächst über das Sonderprogramm „Stadt und Land“. Für finanzschwache Kommunen, zu denen sich Arendsee selbst rechnet, sind bis zu 90 Prozent Förderung drin. Ein für ganz Sachsen-Anhalt auf rund 25 Millionen Euro begrenzter Fördertopf und knappe Fristen lassen jedoch erahnen, dass die Einheitsgemeinde am Ende wohl froh wäre, wenigstens einen Weg bezahlt zu bekommen. 15 Wege seien „utopisch“, erklärte jüngst Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. Immerhin: Er habe sich in Magdeburg umgehört und erfahren, dass später vermutlich weitere Förderprogramme kommen sollen. Das vermehrte Radfahren im Zuge des Klimaschutzes bleibt also ein Trend.

Es gibt im Übrigen auch Stimmen, die lieber vorhandene Wege ertüchtigt sähen. Zwei Beispiele wurden hierfür zuletzt immer wieder bei politischen Zusammenkünften genannt: Schrampe-Kaulitz sowie Schernikau-Sanne. Ein Schnäppchen wären allerdings auch diese Maßnahmen nicht; es wurden Kosten von jenseits der 100 000 Euro genannt.

Ein weiterer diskutierter Aspekt: Damit ein effektives Radwegenetz entstehen kann, sollten die Strecken herausgesucht werden, mit denen sich Anschlüsse zu anderen Wegen herstellen lassen. Kein Ende im Nirwana.

  • Weg - Länge - Kosten (Schätzung)
  • Neulingen-Gestien - 3400 Meter - 919 000 bis 1 125 000 Euro
  • Ziemendorf-Genzien - 7980 Meter - 2 645 000 Euro
  • Arendsee: Gollensdorfer Postweg - 2380 Meter - 852 000 Euro
  • Zießau-Grünes Band - 3350 Meter - 1 097 000 Euro
  • Zießau-Ziemendorf - 1350 Meter - 449 000 Euro
  • Kläden-Schrampe - 1840 Meter - 677 000 Euro
  • Kläden-Kerkuhn - 3980 Meter - 1 330 000 Euro
  • Höwisch-Neulingen - 1870 Meter - 630 000 Euro
  • Leppin-Höwisch - 1540 Meter - 507 000 Euro
  • Thielbeer Richtung B 190 - 2280 Meter - 816 000 Euro
  • Dessau-Lohne - 2390 Meter - 827 000 Euro
  • Lohne-Kleinau - 2160 Meter - 592 000 Euro
  • Vissum Richtung Südosten - 880 Meter - 300 000 Euro
  • Sanne-Kerkau - 3400 Meter - 1 016 000 Euro
  • Lüge-Fleetmark - 3300 Meter - 1 205 000 Euro
  • Quelle: Stadtinformationssystem

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