Dreijähriger fliegt die Strecke London-Ziemendorf an einem halben Tag

„103“ beste London-Taube

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Lothar Scheugl bei der Auszeichnung für seine Taube 103 (kleines Bild) in Kassel. Der Ziemendorfer betreibt seit gut 50 Jahren den Taubensport. Mit sehr guten Ergebnissen. Fotos: privat

Ziemendorf. Brieftaubensport ist nicht nur etwas für die Kumpel im Ruhrgebiet. Auch die Altmark zählt zahlreiche Sportfreunde, auch wenn es, so Lothar Scheugl, zu DDR-Zeiten noch einige mehr waren.

Der Ziemendorfer hat durchgehalten und mit seinen Tieren sehr gute Ergebnisse erreicht. So auch mit seiner „103“, wie er das Paradetier in seinem Schlag nennt. Dem Taubenmännchen wurde jüngst der Titel „Goldene Londontaube 2013“ verliehen. „Sie war um 7. 15 Uhr in London gestartet und 19. 20 Uhr im Schlag angekommen“, berichtet Lothar Scheugl, der seit 50 Jahren dem Sport frönt. Vier Tauben hatte er in der britischen Hauptstadt mit dabei – drei erzielten einen Preis, unter ihnen auch die besagte 103. Nur eine Taube kam einen Tag später. Sie hatte wohl unterwegs noch etwas zu erledigen.

„Tauben, die wie meine 103 schnell unterwegs sind, müssen aus einer Leistungsfamilie kommen“, erzählt Scheugl – Nervenstärke, gute Gene und ein guter innerer Kompass zeichnen den „103“ aus. Väterlicherseits sei der „ Magic Man“ von G. Koppmann aus den Niederlanden zu erwähnen. Mütterlicherseits stammt der „103“ aus einer Kurzstreckenfamilie. Die Genkombination der beiden Familien brachte dem „103“ die Schnelligkeit und Ausdauer, vor allem auch bei extremen Gegenwinden. „Er ist in der Lage, von 100 bis 900 Kilometer immer absolute Spitze zu fliegen“, behauptet Lothar Scheugl und sieht sich dabei mit den Erfolgen bestätigt.

Und wie im wahren Leben ist es auch beim „103“: Er fliegt so schnell, auch weil seine Partnerin in Ziemendorf wartet. Er ist ein ganz treuer Geselle, weiß Lothar Scheugl und lächelt.

Von Harry Güssefeld

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