Kläden diskutiert über Sein oder Nichtsein eines Feuerwehrautos

1000 Meter Schläuche bleiben im Depot

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Er war wichtig für die gesamte Stadt Arendsee: Der Schlauchwagen (SW 1000), der in Kläden steht. Der Motor ist defekt, eine Reparatur würde rund 5500 Euro kosten. Das Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1975, ein echter Oldtimer.

Kläden / Arendsee. Der Stolz der Klädener Ortswehr sind das LF10/6 und das alte, zum Schlauchwagen 1000 umgebaute LF8. Doch das war einmal, denn der Schlauchwagen hat seine beste Zeit hinter sich.

Baujahr 1975, also längst Oldtimer, steht es schön geputzt in der Fahrzeughalle in Kläden. Aber er läuft nicht mehr. Der Motor ist kaputt.

1000 Meter Schläuche konnten transportiert werden.

Und das ist auch das Problem des Ortsbrandmeisters Volker Prange. „Der Wagen war einst umgebaut worden, um die Einsatzbereitschaft dahingehend zu erhöhen, dass lange Wegstrecken gelegt werden können, auch mit wenigen Kameraden. Und dies für die gesamte Stadt Arendsee“, sagte er gestern der AZ. Das war um so wichtiger, weil gerade in der Woche wenige Männer und Frauen zum Einsatz kommen konnten. „Das Einsatzkonzept sieht vor, dass wir mit der Technik ausrücken. Aber wir können es nun nicht mehr“, so Prange. Der Iveco, das moderne Löschfahrzeug, reiche allein für Kläden und einen Erstangriff aus. „Man muss mit uns reden, ob die alten Festlegungen noch gelten. Wenn nicht, dann können oder müssen wir uns auch vom Schlauchwagen endgültig trennen“, so der Ortswehrleiter. Eine Reparatur würde rund 5 500 Euro kosten. Doch so viel Geld in das Fahrzeug zu pumpen, sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Ein diesbezügliches moderneres Ersatzfahrzeug zu beschaffen, würde rund 20 000 Euro kosten, schätzt Volker Prange ein.

Doch über all das sei nicht geredet worden. Wohl aber darüber, dass das defekte Fahrzeug irgendwie verkauft werden soll, wie die AZ erfuhr. Volker Prange bestätigte das, und auch den Fakt, dass es Interessenten gibt. Doch die Männer und Frauen der Ortswehr brauchen eine Antwort. Und die soll die Ortschaftsratssitzung am Mittwoch, 10. Januar, geben. „Wir sind nicht darüber informiert, ob es Ersatz gibt, und wenn nicht, ob das Einsatzkonzept auf Grundlage der Gefährdungsanalyse geändert wurde oder wird“, macht Volker Prange deutlich.

Angesichts der finanziellen Lage der Stadt sehen die Klädener eine Ersatzbeschaffung in weite Ferne gerückt. „Doch in der Verwaltung muss es klar geregelt sein, was man will. Soll Kläden über den Einsatz in Kläden hinaus aktiv werden, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden“, erklärt der Wehrchef. So wie es einst entwickelt und realisiert wurde.

Von Harry Güssefeld

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