Schwaches Jahr für Otto Group - Russland belastet

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Otto muss kräftig investieren, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Foto: Christian Charisius

Dem Versandhändler Otto ging es schon mal besser. Das Wachstum lahmt - vor allem weil das Russlandgeschäft erheblich eingebrochen ist. Trotzdem muss der Konzern kräftig investieren, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Hamburg (dpa) - Der Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group ist im abgelaufenen Geschäftsjahr kaum gewachsen. Der Umsatz erhöhte sich um lediglich 0,5 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Das Geschäftsjahr 2014/15 (28.2.) sei geprägt gewesen von einem gedämpften Wachstum in Deutschland und einer schwierigen Situation auf vielen Auslandsmärkten, speziell in Russland. "Auch wenn wir uns in Deutschland und im Internetgeschäft solide entwickelt haben, sind wir mit dem Ergebnis des zurückliegenden Geschäftsjahres nicht zufrieden", sagte Vorstandschef Hans-Otto Schrader.

Nähere Angaben zum Gewinn oder Verlust des Konzerns gab es nicht. Möglicherweise ist die Otto Group in die roten Zahlen gerutscht, wie schon mehrfach in Medienberichten spekuliert wurde. Dazu könnten mehrere Faktoren beigetragen haben. So war der Modemarkt in Deutschland im vergangenen Jahr schwach - eine Entwicklung, der sich Otto als größter Textilhändler des Landes wohl nicht entziehen konnte. Mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro Umsatz im Deutschlandgeschäft habe Otto jedoch mit der Entwicklung des gesamten deutschen Einzelhandels Schritt gehalten.

Im Ausland musste das Unternehmen dagegen Rückgänge hinnehmen, im Handel um insgesamt 3,6 Prozent. Allein der Russland-Umsatz ging in Euro um 25 Prozent zurück. Auch das Frankreichgeschäft, wo Otto mit Umbauarbeiten im Konzern beschäftigt ist, war um fast zwölf Prozent rückläufig. Andere Auslandsmärkte entwickelten sich dagegen positiv, zum Beispiel Großbritannien mit einem Plus von 16 Prozent.

Trotz der flauen Geschäftslage hält die Otto Group die Investitionen auf einem hohen Niveau. Dreistellige Millionenbeträge fließen in neue Geschäftsmodelle, Informationstechnik, Logistik und die Anpassung an den digitalen Wandel. "Das sind Zukunftsinvestitionen, an denen wir festhalten, auch wenn sie das Ergebnis in diesem Jahr empfindlich geschmälert haben", sagte Schrader.

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