Kauflust der Deutschen gedämpft

Nürnberg - Wachsende Inflationsängste und die Unruhen in Nordafrika haben die Konsumlaune der Deutschen im März gezügelt. Mit der Japan-Krise droht ein weiterer Dämpfer.

Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate sei vorerst gestoppt, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg mit. Die psychologischen Auswirkungen der Japan-Krise sind in den Befragungen zur Konsumklimastudie für März allerdings noch nicht berücksichtigt; ihr Einfluss auf die Konsumlaune sei schwer einzuschätzen. Der Konsumklimaindex wird nach GfK-Progosen im April von 6,0 auf 5,9 Punkte sinken.

Zu der leichten Abwärtsentwicklung habe vor allem wachsender Konjunkturpessimismus beigetragen. Die Konjunkturerwartung sank - übersetzt in die Sprache der Marktforscher - von 57,1 auf 49,5 Punkte. Viele Haushalte rechneten zudem mit etwas geringeren Einkommen als in den Vormonaten - der entsprechende Indikatorwert rutschte von 42,9 auf 40,5 Punkte. Entsprechend wollten Verbraucher ihre Ausgaben leicht zügeln; die Anschaffungsneigung ging von 38,9 auf 34,3 Punkte zurück. Insgesamt bewege sich die Konsumstimmung aber weiterhin auf hohem Niveau.

Insgesamt sähen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft weiterhin klar im Aufwind, betonte die GfK. Viele rechneten aber damit, dass die Dynamik angesichts der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten sowie der rasant steigenden Energie- und Rohstoffpreise in diesem Jahr etwas nachlassen wird. Dennoch seien die Geldbörsen der meisten Haushalte noch immer gut gefüllt. Dazu hätten neben den gestiegenen Löhnen und Gehältern auch vorgezogene Einmalzahlungen in vielen Unternehmen beigetragen. Dadurch gebe es in vielen Haushalten für wichtige Anschaffungen weiterhin genug Geld.

dpa

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