Öl am Po: Wettlauf gegen die Zeit

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Ölpest am Po.

Monza - Der Kampf gegen die Ölpest am Po ist für Feuerwehr und Zivilschutz in Norditalien zum Wettlauf gegen die Zeit geworden. Weil eine Raffinerie sabotiert wurde, ist Öl in den Fluss gelaufen.

Die am Mittwoch errichteten schwimmenden Barrieren hätten sich als unzureichend erwiesen, berichteten italienische Medien am Donnerstag. “Die Strömung ist zu stark, daher werden wir jetzt feste Barrieren aufbauen“, kündigte der Präfekt von Piacenza, Luigi Viana, am Morgen an. Die Barrieren sollten das Öl aufhalten, um es dann absaugen zu können. Am Dienstag hatten Unbekannte vermutlich absichtlich Millionen Liter Heiz- und Dieselöl aus drei Tanks der stillgelegten Raffinerie Lombarda Petroli di Villasanta in den Po-Nebenfluss Lambro abgelassen.

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Nördlich von Piacenza erreichte die Ölpest am Mittwoch die 650 Kilometer lange Wasserader. Der Zivilschutz geht davon aus, dass alles, was nicht abgeschöpft werden könne, in den nächsten vier Tagen die Po-Mündung erreicht. Die Region Lombardei forderte die Regierung auf, den Ausnahmezustand für die Region zu gewähren. Die grüne Partei “Legambiente“ forderte dies für ganz Italien. Sollte die schwarze Flut die Adria erreichen, seien auch hier etwa 10 000 Arten der Meeresflora und Meeresfauna in Gefahr, befürchteten Experten.

Fachleute der italienischen Fraktion der Naturschutzorganisation “World Wide Fund For Nature“ (WWF) hatten bereits am Mittwoch von einem “Desaster mit Langzeit-Auswirkungen“ gesprochen. Umweltministerin Stefania Prestigiacomo wollte sich am Donnerstag persönlich ein Bild von der Lage verschaffen. Am Nachmittag sollte im Abgeordnetenhaus über Maßnahmen beraten werden.

dpa

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