Vergewaltigung nach Ko-Tropfen: Neuer Prozess

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Die Angeklagten sollen das Opfer mit Ko-Tropfen im Getränk betäubt haben. 

Hamburg - Vier junge Männer stehen seit Dienstag in Hamburg erneut vor Gericht, weil sie eine junge Frau mit K.o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt haben sollen.

Das Amtsgericht hatte drei von ihnen zu je drei Jahren Freiheitsstrafe wegen gemeinschaftlichen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Der Vierte hatte eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten Haft erhalten. Gegen einen weiteren Angeklagten verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 1.000 Euro wegen unterlassener Hilfeleistung.

Die Männer sollen die 20-Jährige und deren Freundin im Juni 2007 in der Nähe der Hamburger Vergnügungsmeile Reeperbahn angesprochen haben. Sie sollen ihr etwas zu trinken gegeben und die Bewusstlose in ein Taxi geschleift haben. Auf einer Skateranlage sollen vier Männer sich an der Wehrlosen sexuell vergangen, zum Teil vergewaltigt haben.

Polizisten ertappten Männer mit offener Hose

Polizisten fanden die junge Frau benommen, halbnackt und mit zerrissener Kleidung auf der Anlage liegend vor. Einige der Angeklagten standen mit offener oder falsch herum angezogener Hose herum. Einer soll geäußert haben: “Sie ist doch schon 18.“Die Frau kam erst am Morgen nach der Tat im Krankenhaus zu sich.

Am Dienstag beschuldigte sie die Angeklagten, ihr ein Betäubungsmittel eingeflößt zu haben. “Das Letzte, was ich noch weiß, ist, dass ich im Taxi saß und nach meiner Freundin gefragt habe“, sagte sie unter Tränen vor dem Landgericht. Sie habe mit dieser lediglich “ein bisschen feiern“ wollen.

Das nächste, woran sie sich erinnern könne, sei, wie sie am nächsten Morgen im Krankenhaus aufgewacht sei: “Ich wusste überhaupt nicht, wo ich bin und was passiert ist.“ Es müsse etwas in dem Getränk gewesen sein. Das Verfahren soll am 18. Juni fortgesetzt werden.

AP

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