Unwetter in Frankreich: 25 Tote

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Frankreich leidet unter den Folgen der stärksten Regenfälle seit 180 Jahren

Paris - Zwei Tage nach dem schweren Unwetter in Südfrankreich haben die Behörden am Donnerstag eine erschütternde Bilanz gezogen: 25 Tote, Hunderttausende ohne Strom und große Schäden.

Am Dienstag hatten Wolkenbrüche die Gewässer rund um die Stadt Draguignan, westlich von Cannes, blitzschnell anschwellen lassen. Viele Menschen wurden in ihren Autos und Wohnungen von den Fluten überrascht. Die meisten Opfer, häufig ältere Menschen, ertranken in ihren Fahrzeugen.

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Am Donnerstag waren zunächst noch 123 000 Haushalte im Département Var in der Provence ohne Strom. Zehntausende waren telefonisch nicht zu erreichen. Innenminister Brice Hortefeux sprach von “einer beispiellosen Katastrophe in der Region“. Die Hilfsmannschaften suchten dringend Übersetzer, weil sich dort zahlreiche Ausländer niedergelassen haben oder Ferienhäuser besitzen.

Die Präfektur des Var verteilte Wasser aus Kesselwagen, wenn sie die Qualität des Leitungswassers nicht garantieren konnte. Viele Schulen wurden geschlossen oder nur für die Abiturprüfungen geöffnet.

Mit dem Abschwellen der Fluten stand am Donnerstag an, die Schäden instand zu setzen und überall aufzuräumen. Auch der Verkehr der Hochgeschwindigkeitszüge TGV zwischen Nizza und Toulon war noch unterbrochen. In den Straßen von Draguignan war das Wasser am Dienstag bis zu zwei Meter hoch gestiegen und hatte Autos mitgerissen. Innerhalb weniger Stunden waren 350 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen - so viel wie sonst in mehreren Monaten.

dpa

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