Sumatra: Suche nach Überlebenden eingestellt

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In Sumatra ist die Suche nach Überlebenden eingestellt worden, jetzt geht es um die Nothilfe für Überlebende.

Padang - Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra stellen Helfer die Suche nach Überlebenden ein. Kinder gehen schon wieder zur Schule.

Der Schwerpunkt solle nun auf dem Wiederaufbau und der Versorgung der Betroffenen in der Stadt Padang und den angrenzenden Gebieten liegen, sagte der Chef der UN-Hilfsmission in Indonesien, Ignacio Leon. Die Erfahrung zeige, dass es nach so einer langen Zeit kaum noch möglich sei, noch Überlebende zu bergen, sagte Leon am Montag der Nachrichtenagentur AP. Der Chef des japanischen Bergungsteams, Hiroaki Sano, sagte, Regierung und Vereinte Nationen seien übereingekommen, dass es keinen Hilfsbedarf mehr für Such- und Bergungseinsätze gebe, sondern dass nun Nothilfe und Wiederaufbau Vorrang haben müssten.

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Ein Sprecher der indonesischen Such- und Rettungsmaßnahmen bestätigte die Angaben. “Wir werden unsere Suche beschleunigen, um Leichen zu finden und die Ruinen mit Bulldozern wegzuräumen“, sagte Gagah Prakoso. Minister Aburizal Bakrie erklärte unterdessen, für den Wiederaufbau im westlichen Sumatra seien 600 Millionen Dollar (412 Millionen Euro) nötig. Zuvor war die Regierung von 400 Millionen Dollar ausgegangen. Die Zerstörungen des Bebens der Stärke 7,6 übertrafen jedoch die ersten Schätzungen. Laut Katastrophenschutz wurden knapp 84.000 Häuser, 200 öffentliche Gebäude und 285 Schulen völlig zerstört. Rund 100.000 Häuser wurden schwer beschädigt. Die Vereinten Nationen gingen von insgesamt 1.100 Todesopfern aus. Nach Angaben der Regierung gelten 960 Menschen offiziell noch als vermisst. Sie sind höchstwahrscheinlich tot.

Deutsche Helfer wegen Regens blockiert

Heftiger Regen verschlechterte unterdessen noch die ohnehin angespannte Lage im Erdbebengebiet. Brücken stürzten ein, Erdrutsche und Schlamm blockierten Straßen, was die Versorgung der Menschen mit Hilfsgütern besonders in den Gebieten außerhalb der Regionalhauptstadt Padang erschwerte. Eine Straße etwa führte nur bis zum Dorf Kampung Dalam, wo Hilfsteams aus Südkorea, Frankreich und Deutschland campierten, weil die weiterführende Straße eingebrochen war. Die bergauf liegenden Dörfer waren nur zu Fuß zu erreichen. Eine Besserung der Wetterverhältnisse war zunächst nicht in Sicht. Die Meteorologen erwarteten Gewitter in den nächsten Tagen.

Für mehrere hundert Kinder begann unterdessen in Notunterkünften wieder der Schulunterricht. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat Zelte und andere Materialien für Schulen in der Katastrophenregion bereitgestellt. Die Wiederaufnahme des Unterrichts ist aber vor allem symbolischer Natur. Die Kinder sollen in den Schulen Beistand und die Gelegenheit erhalten, ihre Traumata zu verarbeiten. Im Pazifikstaat Samoa wurde unterdessen der Opfer des Tsunamis von vergangener Woche gedacht. Rund 1.000 Hinterbliebene versammelten sich in Lalomanu zu einem Gottesdienst, auch im benachbarten Amerikanisch-Samoa wurde eine Gedenkmesse gelesen. Der von einem Erdbeben der Stärke 8,3 ausgelöste Tsunami hat in Samoa 136 Menschenleben gekostet, 32 in Amerikanisch-Samoa und neun weitere in Tonga.

AP

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