Studie: Deutsche Küsten sind sauber

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Laut einer EU-Studie sind deutsche Küsten sehr sauber.

Brüssel - Ungetrübter Badespaß: Die Wasserqualität an deutschen Küsten, Seen und Flüssen ist nach einer EU-Studie ausgezeichnet.

Um die Sauberkeit der Badegewässer müssen sich die Deutschen in diesem Sommer keine Gedanken machen. Fast alle deutschen Strände an Nord- und Ostsee sowie den Seen erfüllen die Mindeststandards der Europäischen Union. 99,5 Prozent der Küstenstrände und 98,4 Prozent der Flüsse und Seen in Deutschland sind ausreichend sauber, um dort zu baden, wie der am Donnerstag in Brüssel vorstellte Bericht der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur ergab. Noch nie seit Beginn der Messungen für den jährlichen EU-Badegewässerbericht vor knapp 20 Jahren hat ein so hoher Anteil der deutschen Strände die Vorgaben erfüllt. In ganz Deutschland fielen nur neun Badestellen durch.

Fortschritte in ganz Europa

Ähnlich positiv fällt die Entwicklung in ganz Europa aus. In der EU ist die Wasserqualität seit 1990 enorm gestiegen, für Küstengebiete kletterte der Wert in diesem Zeitraum von 80 auf 95,6 Prozent und bei den Binnengewässern sogar von 52 auf 89,4 Prozent. “In den vergangenen 30 Jahren hat die Gesetzgebung der EU sowie der einzelnen Mitgliedstaaten die Badegewässerqualität deutlich gesteigert“, erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik. “Unsere Arbeit ist aber noch nicht getan, wir müssen das Erreichte sichern und für weitere Verbesserungen sorgen.“ Auf einem guten Weg befinden sich insbesondere Griechenland und Zypern: Dort erfüllten nahezu alle getesteten Badestellen neben den Mindeststandards auch die besonders anspruchsvollen EU-Leitwerte. Sicher sind allerdings fast alle Badestellen an Meeresstränden.

Nur für zwei Prozent der europäischen Küstengewässer wurde ein generelles Schwimmverbot ausgesprochen, fast alle davon in Italien. Bei den Binnengewässern schnitten die Schwarzmeerregion, der Atlantik sowie der Nord- und Ostseeraum gut ab. Der Bericht bewertet die Qualität von mehr als 20.000 Badegewässern in allen 27 Mitgliedstaaten der EU im Jahr 2009, darunter 2.279 in Deutschland. Die Proben wurden auf physikalische, chemische und mikrobiologische Verunreinigungen untersucht, darunter Fäkalbakterien, Mineralölrückstände, Reinigungsmittelschaum und giftige Säuren. Der vollständige Bericht kann auf der Webseite der Europäischen Umweltagentur unter abgerufen werden. Zudem kann man dort die Qualität einzelner Badegewässer überprüfen.

dapd

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