Somalia: Piraten entführen spanischen Trawler

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Der baskische Trawler 'Alakrana' befand sich auf Thunfischfang.

Madrid - Piraten haben im Indischen Ozean einen spanischen Fischtrawler entführt und 36 Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen.

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13 bewaffnete Seeräuber hatten das Schiff rund 650 Kilometer vor der Küste Somalias überfallen und in ihre Gewalt gebracht. Zwei von ihnen wurden am Sonntag von der Besatzung einer spanischen Fregatte festgenommen, als sie mit einem Boot die somalische Küste erreichen wollte. Dabei habe einer der Piraten eine Schussverletzung erlitten, teilte der spanische General Jaime Domínguez Buj in Madrid mit. 

Die Festnahme sei mit ausdrücklicher Billigung der spanischen Regierung erfolgt. Der von den Seeräubern entführten Trawler “Alakrana“ ging vor der Küste Somalias vor Anker. Das spanische Fregatte “Canarias“ und die französische “Germinal“, die beide zur EU-Mission “Atalanta“ gehören, überwachten das Schiff aus einer gewissen Distanz. “Wir werden nichts tun, was die Besatzung des Trawler in Gefahr bringen könnte“, sagte der General.

Der Anführer der Piraten hatte der Besatzung des spanischen Schiffs eine “harte Strafe“ angedroht, weil die Fischer in somalischen Gewässern illegal ihre Netze ausgeworfen hätten. Die “Alakrana“ gehört einer baskischen Reederei und befand sich auf Thunfischfang. 16 der Besatzungsmitglieder sind Spanier. Sie durften über Funk mit ihren Familien sprechen und versicherten: “Die Lage an Bord ist gut.“

Spanische Fischereiunternehmen hatten die Regierung in Madrid kürzlich aufgefordert, ihre Schiffe im Indischen Ozean von Marinesoldaten an Bord schützen zu lassen. Einen entsprechenden Antrag lehnte das Parlament vor knapp zwei Wochen jedoch mit den Stimmen der regierenden Sozialisten ab.

Die Küste vor Somalia ist wegen zahlreicher Piratenüberfälle berüchtigt. Das von Gewalt und Bürgerkrieg geprägte Land am Horn von Afrika hat keine eigene Küstenwache. Die EU, die NATO und mehrere außereuropäische Staaten schickten Kriegsschiffe in die Region, um Transporte zu schützen und Angriffe der Seeräuber abzuwehren.

dpa

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