Philippinen: Kinder müssen nicht länger zur Schule schwimmen

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Dank der Hilfe eines Internet-Bloggers müssen Schulkinder auf den Philippinen nun nicht mehr zur Schule schwimmen.

Manila - Dutzende arme Kinder in dem philippinischen Mangrovendorf Layag-layag müssen seit Montag nicht mehr zur Schule schwimmen. Unterstützung kam über Facebook.

Ein Blogger erfuhr vom Schicksal der Kinder und startete über seinen Facebook-Account eine Spendenaktion. So wollte er Geld für ein Boot auftreiben. Seit dem Ende der Sommerferien fährt nun ein grellgelbes Motorboot die Kinder zur Schule in Zamboanga im Süden der Philippinen und zurück.

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Jahrelang mussten die Schüler aus dem Dorf jeden Morgen über eineinhalb Kilometer durch brusthohes Wasser und über Sandbänke waten - immer darauf achtend, dass die Schulbücher nicht nass wurden. Wenn sie nicht von einem der Fischerboote mitgenommen wurden, seien die Kinder immer pitschnass im Klassenzimmer angekommen, sagte ihre Lehrerin Racquel Bangayan.

Viele seien oft zu spät gekommen, sagte die Lehrerin. Doch einige von ihnen seien ausgezeichnete Schüler. Und das, obwohl das Schulsystem in dem armen Land an überfüllten Klassenzimmern, verfallenen Schulgebäuden und einer armutsbedingt hohen Abbrecherquote leidet.

Über 220 Familien leben in Layag-layag, meist vom Fischfang oder als Algenbauern. Sie ließen sich in den 80er Jahren in der Mangrovenlandschaft nieder, um den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen auf ihrer Heimatinsel Jolo zu entgehen.

Zu arm, um sich auch nur ein kleines Boot zu kaufen

Blogger Jay Jaboneta sagte, er habe im Oktober vom Schicksal der Kinder erfahren und auf seiner Facebook-Seite für Spenden geworben. “Einige der Kinder stammen aus Familien, die zu arm sind, um sich auch nur ein kleines Boot zu kaufen. Deshalb mussten sie zur Schule schwimmen“, sagte Jaboneta der Nachrichtenagentur AP. “Diese Geschichte ist eine Inspiration. Für sie ist die Schule ein Weg raus aus der Armut.“

Jaboneta hat genug Geld für ein Motorboot gesammelt. Es trägt den Namen “Neue Hoffnung“. Es wurde den Gemeindeoberen im März übergeben. Zwei weitere Boote werden derzeit noch gebaut und die Wohlfahrtsorganisation, die die Spenden verwaltet, hat außerdem neue Schultaschen, Schuhe und Decken für die Kinder organisiert.

“Die Kinder hielten ihre Taschen und Schuhe hoch und sprangen vor Freude in die Luft“, sagte Anton Lim, Mitarbeiter der Wohlfahrtsorganisation. “Über das neue Boot schienen sie sich nicht so sehr zu freuen. Sie sind das Wasser gewohnt.“

dapd

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