Offenbar mehr als 1.300 Tote nach Beben auf Sumatra

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Eine Helferin schlägt in Padang vor Entsetzen die Hände zusammen.

Padang - Das verheerende Erdbeben in Indonesien hat deutlich mehr Menschen das Leben gekostet als bislang bekannt. Mindestens drei Dörfer auf Sumatra seien durch Erdrutsche völlig zerstört worden.

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Das teilte ein Behördensprecher am Samstag mit. Allein dabei seien mindestens 644 Menschen verschüttet worden. Damit würde die Zahl der Opfer auf mehr als 1.300 steigen. Im Dorf Pulau Aiya seien 400 Gäste einer Hochzeitsfeier unter Schutt und Geröll begraben worden, sagte Rustam Pakaya, der den Krisenstab des Gesundheitsministeriums leitet. Weitere 244 Menschen wurden seinen Angaben zufolge in den Dörfern Lubuk Lawe und Jumena verschüttet.

Der Fernsehsender MetroTV zeigte Luftaufnahmen von einem der zerstörten Dörfer. Dort, wo einst Häuser standen, war nur noch braune Erde zu sehen.

Tausende vermisst

Allein in der Stadt Padang galten nach dem Erdbeben vom Mittwoch noch 3.000 Menschen als vermisst, wie der zuständige UN-Koordinator El-Mostafa Benlamlih mitteilte. Es wird befürchtet, dass viele von ihnen tot sind. Für vorübergehende Hoffnung sorgte am Freitag die SMS eines Mannes, der unter den Trümmern eines eingestürzten Hotels in Padang eingeschlossen war. In der Kurzmitteilung hieß es, er und weitere Personen hätten die Katastrophe überlebt. Mit schwerem Gerät versuchten die Einsatzkräfte, durch die Berge von Beton, Ziegeln und Stahl zu den Eingeschlossenen vorzudringen.

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Doch nach mehr als sechs Stunden intensiver Suche teilte Polizeichef Boy Rafli Amar am Samstag mit: “Bislang haben die Rettungskräfte nichts gefunden.“ Am Freitag waren zwei Frauen lebend aus den Trümmern einer Sprachschule in Padang geborgen worden - mehr als 40 Stunden nach dem verheerenden Erdstoß. Das Beben der Stärke 7,6 war das schwerste in Indonesien seit Mai 2006.

Deutsche Helfer nehmen Arbeit auf

Unterdessen nahm ein Beraterteam des Technischen Hilfswerks seine Arbeit in Padang auf. Die fünf Experten unterstützen das UN-Koordinierungsteam. Auch eine Suchmannschaft der deutschen Hilfsorganisation I.S.A.R. (International Search and Rescue) traf im Katastrophengebiet ein. Dem Team gehören 24 Bergungsexperten, Rettungsassistenten und Notärzte sowie vier Rettungshunde an. Die Mannschaft ist darauf spezialisiert, Menschen aus eingestürzten Gebäuden zu retten.

ap

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