Nach Erdrutsch: Neue Risse entdeckt

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Für die drei vermissten Bewohner nach dem Erdrutsch gibt es keine Hoffnung mehr, dass sie noch leben.

Nachterstedt - Experten befürchten das Schlimmste: Zwei Tage nach dem verheerenden Erdrutsch am Tagebausee in Nachterstedt haben Experten in der Nähe der evakuierten Häuser neue Risse im Erdreich entdeckt.

“Es ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Abbrüchen kommt“, sagte Uwe Steinhuber , Sprecher der für die Flutung des Tagebausees zuständigen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Montag in Nachterstedt . Die Polizei verstärkte die Sicherheitsabsperrungen.

Für die drei nach dem Erdrutsch vermissten Bewohner gibt es keine Hoffnung mehr, dass sie noch leben. Die ganze Nacht über wurde mit einer Wärmebildkamera nach den ihnen gesucht. Der Landrat des Salzlandkreises, Ulrich Gerstner ( SPD ), erklärte, der Einsatz in der Nacht sei nicht erfolgreich gewesen. “Auch dieser Versuch hat uns keine Erkenntnisse über Standorte von lebenden oder nicht lebenden Personen gebracht.“

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Als letzte Möglichkeit, die drei Vermissten im Concordia-See zu orten, gilt ein Einsatz der Bundeswehr. Ein Pioniererkundungstrupp soll prüfen, ob Bundeswehrtechnik eingesetzt werden kann. Die Polizei teilte mit, dass die Absperrungen rund um den See verstärkt werden. Aus Sicherheitsgründen sollen Waldwege zugeschüttet werden. “In der Gefahrenzone besteht Lebensgefahr“, sagte ein Polizeisprecher.

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Die genaue Ursache der Katastrophe steht nach Angaben von LMBV- Sprecher Uwe Steinhuber noch nicht fest. “Alles was im Raum steht, ist spekulativ“. Er betonte, sein Unternehmen werde den rund 40 Menschen zur Seite stehen, die ihre Häuser verlassen mussten. “Wir wollen unbürokratisch und unter Zurückstellung offener rechtlicher Fragen schnell helfen“, sagte er. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft will dazu bis Dienstag eine Kontaktstelle für Betroffene in Nachterstedt einrichten.

dpa/ap

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