Keiner will Obamas alten Chrysler

Der alte Chrysler von Barack Obama steht zum Verkauf.

New York - Der alte Chrysler von Barack Obama stand in einer Internetauktion zum Verkauf. Doch niemand will das ehemalige Auto des amerikanischen Präsidenten haben. Woran liegt's?

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Obamas Gebrauchtwagen will niemand haben - zumindest nicht für eine Million Dollar. Eine Internetauktion mit dem alten Auto des heutigen US-Präsidenten Barack Obama ist am Donnerstag ohne Käufer geblieben. Niemand klickte auf das Mindestgebot von umgerechnet 750 000 Euro, die eine Verkäuferin aus der Nähe von Chicago für den knapp acht Jahre alten Chrysler 300 haben wollte.

Verkäuferin Lisa Czibor hatte sich einige Stunden zuvor noch sehr optimistisch gezeigt. „Es gibt ein paar ernstzunehmende Interessenten, die wir auch schon überprüft haben. Deshalb rechne ich fest mit einem Gebot heute Abend.“ Sie wurde enttäuscht. Den hohen Preis - das fast 150-fache des Listenpreises - fand sie gerechtfertigt: „Ihr habt damals in Deutschland den Golf des Papstes für fast 250 000 Dollar verkauft, obwohl er ihn vermutlich nie gefahren hat. Obama hat diesen Wagen gefahren!“ 19 000 Meilen, also gute 30 000 Kilometer, soll der damalige Senator mit dem dunklen Wagen zurückgelegt haben.

Czibor hat Kopien der Unterlagen mitveröffentlicht, die einen „Barack H. Obama“ aus Chicago als Eigner des Wagens ausweisen. Demnach hatte Obama den Neuwagen 2004 geleast und 2007 wieder abgegeben - in dem Jahr, in dem seine Präsidentschaftskampagne begann. Der Chrysler 300 - etwa so groß wie eine E-Klasse von Mercedes-Benz oder ein Fünfer-BMW - war danach nicht mehr viel gefahren worden, nur 2000 Meilen mehr stehen auf der Uhr.

Der Wagen sei in hervorragendem Zustand, sehr gepflegt und unfallfrei. Ein Chrysler 300 kostete damals etwa 30 000 Dollar, heute wäre der Wagen laut Liste noch etwa 7000 wert. Der jetzige Eigentümer soll Obamas Wagen damals zum Zeitwert gekauft haben. „Ich schätze, er hat wohl um die 20 000 Dollar bezahlt“, sagte Czibor, die das Auto für den anonymen Besitzer verkauft.

Czibor bezeichnet sich selbst „nicht gerade als Obama-Fan“. Der Wagen, obwohl in sehr gutem Zustand, habe ihre Meinung untermauert. „Der Papst, Oberhaupt von mehr als einer Milliarde Katholiken, hatte als Kardinal einen kleinen Golf mit sparsamem Motor. Und Obama, der immer von Nachhaltigkeit redet, fuhr einen dicken Chrysler 300 mit Ledersitzen und durstigem Achtzylinder. Das passt doch nicht!“

dpa

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