"Hurengracht" in Amsterdam

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Installation "Hurengracht" in Amsterdam.

Amsterdam - In Amsterdam zählt Prostitution zuweilen als Kunst. Im Fall der Installation "Hurengracht" ist es so. Der Vorteil: Neugierige können sich die Bordellgegend ohne Scham ansehen.

Prostitution als Kunst: Gleich neben dem Rotlicht-Viertel von Amsterdam ist jetzt “Die Hurengracht“ zu bewundern - eine lebensgroße Nachbildung ganzer Straßenzüge der Bordellgegend im Herzen der niederländischen Hauptstadt. Die Großinstallation mit etlichen der berühmt-berüchtigten Fensterbordellen an den Altstadtgrachten wurde in den 80er Jahren von den amerikanischen Konzept-Künstlern Edward und Nancy Reddin Kienholz in Berlin geschaffen. Seit dem reiste sie um die Welt.

Installation "Hurengracht" in Amsterdam.

Zum ersten Mal ist die “Die Hurengracht“ nun dort zu sehen, wo die Künstler seinerzeit ihre Inspiration für das Werk bekamen. “Wir zogen damals wochenlang durch das Rotlichtviertel, sprachen mit Huren, Freiern, Bordellbesitzern, Polizisten und allen möglichen Leuten“, berichtete die heute 66-jährige Wahlberlinerin Nancy Reddin Kienholz, deren Mann Edward bereits 1994 starb.

Die Installation (Maße: 13x4x3 Meter) sei angesichts von Plänen der Amsterdamer Stadtverwaltung, das Rotlichtviertel “De Wallen“ erheblich einzuschränken und “moderner“ zu gestalten “hoch aktuell“, sagte die Künstlerin. Seit das “älteste Gewerbe der Welt“ in den Niederlanden nach Jahrhunderten stillschweigender Duldung im Jahr 2000 völlig legalisiert wurde, habe sich der Charakter der “Wallen“ verändert. “Damals lagen überall die Heroinspritzen herum, heute ist die Gegend sehr touristisch.“

dpa

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