Hollywood zieht wieder gegen Pirate Bay vor Gericht

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Die Internet-Seite The Pirate Bay.

Stockholm - Hollywood bläst zu einem neuen Feldzug gegen die Internet-Tauschbörse Pirate Bay. Zehn US-Filmgesellschaften haben in Stockholm erneut eine Klage gegen die Plattform eingereicht.

Sie vermittelt die Verbindung mit Computern, von denen aus kostenlos Raubkopien von Filmen sowie Musik, Software und anderen digitalen urheberrechtlich geschützten Produkten heruntergeladen werden können.

Im April waren vier bisherige Verantwortliche nach einer ähnlichen Klage zu je einem Jahr Haft und Schadensersatz von umgerechnet 2,7 Millionen Euro wegen Verletzung des Urheberrechtes verurteilt worden. Im Juni folgte der Verkauf des Dienstes an die schwedische Software-Firma Global Gaming Factory (GGF) 60 Millionen Kronen (5,5 Mio Euro). Sie will Pirate Bay in einen legalen Filesharing-Dienst umwandeln, für den Gebühren zu entrichten sind.

Die neue Klage trotz dieser Entwicklung begründete die Anwältin Monique Wadsted damit, dass Pirate Bay vorerst unverändert weiter betrieben wird: “Nach einem Urteil mit Haft macht man normalerweise nicht mit dem weiter, das die Verurteilung ausgelöst hat.“

An der Klage beteiligt sind unter anderem die Filmgesellschaften Disney, Universal und Warner. Sie verlangen wegen des Herunterladens von Filmen über Pirate Bay keinen Schadensersatz, sondern ausschließlich den sofortigen Stopp des Dienstes.

Der bereits im April verurteilte Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde meinte in “Svenska Dagbladet“ zur Klage der Filmindustrie: “Sie wollen uns mit Klage auf Klage zum Schweigen bringen.“ Die Einreichung in Stockholm sei allerdings sinnlos, weil keiner der Verantwortlichen mehr in Schweden lebe.

dpa

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