Frachter löst Umweltkatastrophe vor Madagaskar aus

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Vor der Insel Madagaskar (Bild) hat ein Frachter offenbar eine Umweltkatastrophe ausgelöst.

Antananarivo - Ein vor Madagaskar havarierter türkischer Frachter hat nach Medienberichten im Süden der Tropeninsel eine Umweltkatastrophe ausgelöst.

Das 189 Meter lange und 30 Meter breite Frachtschiff MS “Gulser Ana“ war mit 39 000 Tonnen Phosphat Fracht am 26. August drei Kilometer vor Madagaskars Südzipfel in Seenot geraten. Seitdem gelangten aus dem von der Besatzung aufgegebenen Schiff nach Angaben der Zeitung “L'Express“ 383 Kubikmeter Diesel und 7000 Liter öl- und fäkalienverseuchtes Abwasser sowie ein Teil des Phosphats ins Meer.

Der Küstenstreifen von Cap Sainte Marie bis Faux Cap sei verschmutzt. Zahlreiche tote Fische wurden angeschwemmt. Der Krisenstab der Regierung hat den Anwohnern den Verzehr von Meerestieren und den Fischfang in der Region untersagt. Neun ausländische Experten sollen der Bevölkerung mit spezieller Ausrüstung bei der Uferreinigung helfen.

Der Politiker Laurent Ampilahy von der Grünen-Partei befürchtet wegen des hohen Phosphatanteils im Meer ein explosionsartiges Ansteigen des Algenwachstums, das das ökologische Gleichgewicht durcheinanderwirbeln könnte. Die Ursache der Havarie gilt weiter als ungeklärt. Die madagassische Regierung warte auf eine Stellungnahme des Eigentümers. Die Rettungsboote, die die 23-köpfige Besatzung - 21 Türken und zwei Indonesier - vom Frachter holten, hatten von schwarzem Rauch über dem Schiff berichtet.

Die Gegend um Cap Sainte Marie ist seit 1962 ein Schutzgebiet für seltene Landschildkröten und eine einzigartige Unterwasserwelt. Zudem ist das abgeschiedene Kap für Touristen ein idealer Aussichtspunkt zur Beobachtung vorbeiziehender Buckelwale.

dpa

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