Ehemann getötet und durch Double ersetzt

Freiburg - Eine Frau aus Baden-Württemberg soll ihren Mann umgebracht und dann versucht haben, mit Hilfe eines Doppelgängers an Vollmachten zu kommen. Ein Double zu finden, war problematisch.

Die 55-Jährige sei mit dem Doppelgänger ihres Gatten unter anderem bei einem Anwalt und einem Notar aufgetreten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Sie wurde wegen des Verdachts auf Totschlag und Betrug verhaftet. Der geständige Doppelgänger muss sich zumindest wegen Urkundenfälschung verantworten.

Von dem 71 Jahre alten Ehemann fehlt weiter jede Spur. Der Rentner und Rheinfischer war Ende Oktober von einem Bekannten vermisst gemeldet worden. Mehrere Wochen später schaltete seine Frau eine Anwältin aus Freiburg ein und gab sich in der Kanzlei gemeinsam mit dem Doppelgänger als Ehepaar aus. Ein Treffen mit der Polizei wenige Tage später platzte, weil der angebliche Ehemann nach Angaben der Frau kurzfristig eine Reise angetreten hatte.

Maskenbildnerin schminkte das Double

Außerdem soll die 55-Jährige bei einem Notartermin in Freiburg von ihrem angeblichen Ehemann Vollmachten übertragen bekommen haben. Wie das möglich war? Ganz einfach: Unmittelbar vor dem Termin hatte eine Maskenbildnerin nach eigener Aussage einen Mann nach einem Foto des vermissten Rentners und im Beisein der Frau hergerichtet.

“Bei den weiteren Ermittlungen erschienen die Umstände um das Verschwinden immer ominöser“, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler gehen von der Tötung des 71-Jährigen aus. Eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe verfolgte 250 Spuren und wertete mehr als 7000 Kontaktdaten aus. Unter anderem seien mehrere Männer ausfindig gemacht worden. Sie waren von der Frau gebeten worden, als Doppelgänger aufzutreten. Alle lehnten ab - mit einer Ausnahme.

dpa

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