Mann hielt ihn für Einbrecher

Deutscher Austauschschüler in USA erschossen

Missoula - Ein Hausbesitzer im US-Bundesstaat Montana hat einen deutschen Austauschschüler erschossen. Die tödlichen Schüsse fielen nach bisherigen Erkenntnissen aufgrund einer Verwechslung.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in der Stadt Missoula, wie die Polizei am Montag mitteilte. Offenbar hatte der Schütze angenommen, dass der 17-Jährige in seine Garage einbrechen wollte. Der aus Hamburg stammende Junge ging in die 11. Klasse der Big Sky High School und erlag den Angaben zufolge schweren Schussverletzungen am Kopf.

Der Junge aus Hamburg besuche seit dem vergangenen August die Big Sky High School des Ortes, sagte die Sprecherin Hatton Littman. Die Hintergründe des Verbrechens waren zunächst völlig unklar.

Der Junge sei mit der US-Austauschorganisation Council on International Educational Exchange (CIEE) in die USA gekommen, sagte eine Sprecherin der Organisation der dpa.

„Es ist eine tragische Situation“, sagte der Vorsitzende des Schuldistrikts, Alex Apostle. Nähere Einzelheiten über das Verbrechen wurden zunächst nicht bekannt. Die Stadt Missoula hat rund 68 000 Einwohner.

Hamburger Fußballverein des Opfers plant Benefizspiel

Der Fußballverein des Jugendlichen, SC Teutonia 1910 in Hamburg-Altona, reagierte mit Betroffenheit auf den Tod seines Spielers. „Wir sind alle ein bisschen sprachlos“, sagte Fußball-Abteilungsleiter Kadir Koz der Nachrichtenagentur dpa. Der Verein plant für diesen Mittwoch ein Benefizspiel zugunsten der Familie.

Der 29-jährige Schütze wurde vorläufig festgenommen. Allerdings war unklar, ob ihm für die Tat überhaupt eine Anklage droht. In Montana haben Hausbesitzer das Recht, sich mit tödlicher Gewalt gegen Eindringlinge auf ihrem Grundstück zu verteidigen. Der Schütze gab der Polizei zufolge an, dass in seiner Garage ein Alarm ausgelöst worden sei. Er habe den vermeintlichen Einbrecher daraufhin mit einer Schrotflinte erschossen.

AFP/dpa

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