Zugegeben, es braucht...

. . . ein wenig Mut, beispielsweise in der Disko jemanden anzusprechen. Gut erinnert sich der Uhlenköper noch an jene Jahre, in denen er die Tanzflächen der Diskotheken eroberte und sich im Ansprechen übte.

Die Körbe, die er sich dabei abholte, sind ihm noch besonders in Bewusstsein. Seit dieser Zeit, so musste er nun feststellen, als er wieder einmal den Weg in eine Diskothek fand, haben sich jedoch geändert. Heute erfolgt vor dem Ansprechen das Personen-Screening. Allein der Begriff ist schon fürchterlich. Was sich dahinter verbirgt? Mit den Smartphones werden eifrig andere Diskobesucher fotografiert und über Programme auf den Geräten werden die Gesichter mit Aufnahmen im Netz verglichen. So weiß man schließlich, ohne die Person überhaupt angesprochen zu haben, ihren Namen und über soziale Netzwerke lassen sich, wie ein Freund meinte, nicht ganz unwesentliche Dinge erurieren. Beispielsweise, ob die betreffene Person liiert ist. Der Uhlenköper findet eine solche Vorauswahl schrecklich. Zumal sie den Effekt hat, dass die Diskobesucher mehr auf ihr Handy starren, als zu flirten. Und angenommen, alle Informationen stimmen einen hoffnungsfroh, dann ist man aber immer noch nicht davor gefeit, sich einen Korb abzuholen, weil man sich schlicht nicht sympathisch ist. Um das herauszufinden, bedarf es eines Gesprächs, findet der Uhlenköper.

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