Zahlen, Lärm und Fakten

Die Bundestagskandidaten und der Landtagsabgeordnete standen in Altenmedingen Rede und Antwort.Foto: Ph. Schulze

Altenmedingen. Böse Zungen munkelten, die vielen vorbeifahrenden Fahrzeuge seien extra bestellt worden. Andere versicherten, dass ständig so viel Verkehr in Altenmedingens Ortsdurchfahrt herrsche. Fakt ist: Der Ortstermin der Bundestagskandidaten Henning Otte (CDU), Kirsten Lühmann (SPD), Sabine Brunke-Reubold (Grüne) und Margarete Rose (Rentnerinnen- und Rentnerpartei, RRP) gestern Nachmittag mitten im Dorf wurde von permanentem Fahrzeuglärm begleitet und gestört.

Und genau darum ging es auch, machte Bürgermeister Werner Marquard eingangs klar: Ein Anschluss bei Secklendorf an die A39 beschere der kurvigen Ortsdurchfahrt zu viel Verkehr, den sie schlichtweg nicht verkrafte. Weder Planer noch Politiker hätten sich aber bisher ein Bild von der Situation vor Ort gemacht, monierte er.

Die Planer müssten sich die Straße ansehen, wenn konkrete Zahlen vorlägen, meinte Henning Otte. Kirsten Lühmann konterte: "Nicht erst, wenn sie die Zahlen sortiert haben." Und den rund 70 Bürgern aus Altenmedingen und den umliegenden Gemeinden versicherte sie: "Sie haben deutlich gemacht, dass die Ortsdurchfahrt nicht noch mehr Verkehr verträgt." Zustimmung gab‘s von Margarete Rose, während Sabine Brunke-Reubold betonte, dass sie als Grüne grundsätzlich gegen die A39 sei – was von den Umstehenden mit Applaus bedacht wurde.

Einen Königsweg konnte gestern Nachmittag niemand aufzeigen. CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer brachte allerdings eine Ortsumgehung für Altenmedingen ins Spiel. Die wäre aber nur zu rechtfertigen, wenn es das Fahrzeugaufkommen hergebe. Und die für das Jahr 2025 mit Fertigstellung der A39 in Altenmedingen prognostizierten 3700 Fahrzeuge pro 24 Stunden (drei pro Minute) reichen da nicht aus.

Zumindest der Verkehr gestern Nachmittag in der Ortsdurchfahrt lässt einen aber glauben, dass es schon jetzt weitaus mehr sind.

Erschienen: 12.09.2009: AZ / 213 / Seite:1

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