Wunschzettel schrieben

Von Carl Friedrich Bautsch - Wenn man to Wihnachten eenen Wunschzettel schrieben möß, wer dat vör Kinner gornich so eenfach. Hochdütsch möß man je schrieben dörf und keene Fehlers maken, denn de Wihnachtsmann mark dat bestimmt. Schrieben dat wär vör de Kinner von Land gornich so Leicht. Man snack je ümmer „Plattdütsch.“

Alle Klassen säten tohopen in eenen Ruum. De Grooden und Klooken, wie wie seggen dän baben, von Lehrer ut gesehn hinnen. De Lüttgen krägen also alles schon mit, wenn he de Grooden wat fragen dä. Deshalb wärn de ganz lüttgen Schoolen gornich verkehrt. Mannigmal vergaloppiern sik de Kinner und reden halw hochdütsch half plattdütsch. Meen doch mal een Schööler: „Herr Lehrer, ich hab mich das Hochdeutsch schnacken so angewöhnt, ich kann es gar nicht mehr latzen.“ Lehrer de keen Platt können, harn ok oft een Probleem. As Hanna mal bet’n löter na School, Nameddags to de Handarbeitsstund köm, wör se von de Froo von Lehrer, de Handarbeitsünnnericht gäw, fragt: „Hanna, warum kommst du so spät?“ Antwort ehr Hanna: „Frau Becker, wir haben so lat gegessen.“ Meen de Lehrerin, „Was hat denn Salat essen mit dem zu spät kommen zu tun. Plattdütsch kenn man je keen spät, dor wörümmer „lat“ seggt. As se mal in de School Ünnericht harn und de nich alle stillsitten dän, frög de Lehrer de keen Platt könn: „Was ist da los Gustav, warum kannst du nicht still sitzen? Gustav käk na ünnen und stotter: „Karl hat mich.., Karl hat mich.., Karl hat mich..,“ „Was hat Karl gemacht, los raus mit der Sprache,“ woll de Schoolmeiser weeten. Gustav keek to Siet und sä wedder; Karl hat mich.., Karl hat mich… Was hatt er gemacht, raus mit der Sprache? „Er hat mich in meine Norse gekniffen.“ Karl mach das nicht wieder sonst musst du nachsitzen. As de School to End wär, frög de Schoolmeister, de je keen Platt könn: „Minna, sag mal, was ist Norse? De wüß nu ok nich wat se von Wort seggen söll, und zeig upp ehren Hinnrsten. Nu wüß de Lehrer bescheet und har wedder een plattdütsches Wort doorto lernt, „Norse,“ eegentlich möß dat je „Moors“ heeten. As de Lehrer in Religionsünnerricht läsen dä: „Und Jakob war neidisch auf seinen Sohn,“ frög he; „wisst ihr auch was neidisch ist?“ Do stünd Grete upp und sä: „Unsere Oma hat so was, da hat sie Zwirn und Nadeln drin. Wat sall man denn up Plattdütsch to neidisch seggen? Herbert Schröder von de Plattschnackers ut Hössen sä ümmer: „Wer twee Spraken kann, „Hoch,“ und „Platt,“ dat is doch gewiss, dat weet een jeder Mann, dat dat keen „Döskopp“ is. Jan, de lüttge Jung hett sein Wunschzettel ohne Fehler schräben. He könn sogor dree Spraken, denn eenmal frög de Lehrer: „Wisst ihr, was een Gentleman is? Do sä Anton, de lütge Jung: „Ik bin gistern mit’n Bus föhrt. De Bus wär vull, do kööm een schwangere Froo rin. Ik bin uppstahn heff ehr mienen Platz gäben.“ Do meen de: „Du bist ja ein richtiger Gentleman.“ „Een Gentleman,“ Herr Lehrer, is also een Keerl, de eene schwangere Froo sitten lett.“ Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimatdichter über Land und Leute der Region.

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