Schon mehr als 430 Flüchtlinge in Bodenteicher Notunterkunft / Fußball bis in die Nacht / DRK zufrieden

„Zusammenleben ist sehr friedlich“

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Vor einem Monat sind die ersten Flüchtlinge in der vom DRK betriebenen Notunterkunft in Bad Bodenteich angekommen. Inzwischen leben dort mehr als 430 Personen.

Bad Bodenteich/Wrestedt. Einen Monat nach dem Einzug der ersten Flüchtlinge in der vom DRK betriebenen Notunterkunft in Bad Bodenteich zieht deren Leiter Daniel Muhsik ein positives Zwischenfazit. „Das Zusammenleben ist sehr friedlich.

Es gab bislang keine nennenswerten Streitigkeiten. Wir sind vollkommen zufrieden“, sagt Muhsik.

Am 2. Januar lebten 436 Personen in der Unterkunft auf dem ehemaligen BGS-Gelände. Es handelt sich fast ausschließlich um Familien, die Zahl der allein reisenden jungen Männer ist sehr gering. Die meisten Bewohner kommen aus Syrien, Afghanistan, Iran und Irak. Etwa 20 Prozent der angekommenen Flüchtlinge hätten das Camp in den vergangenen Wochen wieder verlassen und seien zu Verwandten im In- und Ausland weitergereist, berichtet Muhsik.

Die Angebote des DRK würden vor Ort gut angenommen. „Es gibt viele sportliche Aktivitäten in der Turnhalle. Fußball spielen die Bewohner fast die ganze Nacht“, sagt der Camp-Leiter. Damit die Menschen per Smartphone Kontakt zu ihren Familienangehörigen in der Heimat oder in Europa aufnehmen können, hat das DRK ein WLAN-Netz auf dem Gelände aufgebaut. Außerdem werden einige Flüchtlinge in die Arbeit der Kleiderkammer und des Waschsalons der Notunterkunft eingebunden. Das ermöglicht ihnen eine willkommene Abwechslung vom Tagesablauf, so Muhsik.

Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge auf dem Areal habe zuletzt deutlich abgenommen. Das liege an der derzeitigen Kälte, meint Muhsik. „Wir gehen aber davon aus, dass es im Frühjahr wieder eine größe Welle gibt.“

Auch in anderen Orten der Samtgemeinde Aue leben Flüchtlinge, und zwar überwiegend in Privatwohnungen. Zum Jahresende waren 113 Personen dezentral untergebracht, sagt Hendrik Kunitz, zuständiger Fachbereichsleiter der Samtgemeinde. Größere Zahlen gibt es unter anderem am Waldweg in Bad Bodenteich, in den ehemaligen Wohnungen der Polstermöbelfirma Thörmer in Wrestedt, zudem in Wieren, Nettelkamp, Bollensen und Thielitz. Im früheren Altenheim an der Achterstraße in Stadensen leben inzwischen 35 Flüchtlinge. Die ersten von ihnen sind am 17. Dezember eingezogen.

„Das Mitteinander in der Gemeinde ist unproblematisch“, schildert Lutke Ebeling, Sprecher der Flüchtlingshilfe Wrestedt. Einige Bewohner müssten sich zwar noch mit den deutschen Gepflogenheiten vertraut machen, etwa mit der Mülltrennung und der Benutzung von Einkaufswagen. Doch das sei nur eine Frage der Zeit. Großes Lob zollt Ebeling den Nachbarn der Flüchtlingsunterkünfte in den einzelnen Orten: „Es gibt eine enorme Bereitschaft der Bevölkerung, dort mitzuhelfen. Die Anwohner kümmern sich rührend um die Flüchtlinge.“

Von Bernd Schossadowski

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