Dr. Hintze fühlt sich von Wählergemeinschaft in Samtgemeinde Aue hintergangen

Zoff um Koalition mit CDU

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Wie geht es mit der Wählergemeinschaft im Samtgemeinderat Aue weiter? Während Joseph Zettelmaier und Tankmar Sauer eine Koalition mit CDU und FDP vereinbart haben, lehnt das dritte WGA-Ratsmitglied Dr. Horst-Michael Hintze dieses Bündnis ab.

Wrestedt/Bad Bodenteich. Rund vier Wochen nach der Kommunalwahl rumort es heftig hinter den Kulissen der Wählergemeinschaft Aue (WGA). Deren Mitglied Dr. Horst-Michael Hintze erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Parteikollegen Joseph Zettelmaier und Tankmar Sauer.

Diese hätten ohne sein Wissen eine Koalition mit CDU und FDP im Samtgemeinderat Aue geschmiedet, sagt er.

Dr. Horst-Michael Hintze.

„Das ist stillos“, kritisiert Hintze, der ein Bündnis mit der CDU ablehnt. Zusammen mit Sauer und Zettelmaier sowie dem FDP-Abgeordneten Jan-Hinrich Lüdemann kommen die Christdemokraten künftig auf 15 Mandate und stellen damit die Mehrheit im 28-köpfigen Samtgemeinderat. Auf die SPD entfallen zehn Sitze, auf die Grünen zwei, hinzu kommt Hintze.

Nach dessen Meinung hätte sich die WGA zunächst mit ihren nicht gewählten Kandidaten über das weitere Vorgehen beraten müssen. Das sei nicht erfolgt. Stattdessen hätten Zettelmaier und Sauer Fakten geschaffen, „ohne dass mit mir bisher ein einziges Gespräch stattgefunden hat“. Dieses wäre wegen des klaren Wahlergebnisses – Hintze bekam 446 Stimmen, Sauer 192 und Zettelmaier 146 – aber nötig gewesen, so Hintze. Er spricht daher von „Postenschacher“. Demokratie und Unabhängigkeit würden „mit Hilfe des Wählerbetruges geopfert“.

Joseph Zettelmaier.

Dem widerspricht Zettelmaier entschieden. Hintzes Vorwurf sei „absurd“. Am 15. September habe er etwa 40 Minuten mit Hintze über eine mögliche Koalition mit der CDU gesprochen. „Da war er schon ablehnend“, sagt Zettelmaier. Hintze habe sich auch gegen ein geplantes Dreier-Gespräch mit Zettelmaier und Sauer ausgesprochen – mit dem Hinweis, dass er am 16. September in den Urlaub fahre und erst Ende Oktober zurückkehre.

So lange habe er aber nicht warten können, denn die neue Wahlperiode beginne am 1. November, betont Zettelmaier. Daher hätten Sauer und er zwischenzeitlich mit Lüdemann und danach mit den CDU-Abgeordneten Max Lemm und Jürgen Schulze über eine Koalition gesprochen. „Bei diesem Gespräch haben sich sehr viele Gemeinsamkeiten herausgestellt und wir werden in dieser Konstellation am besten unsere WGA-Elemente in die Samtgemeindepolitik einbringen können“, erklärt Zettelmaier.

Hintze stellt das Ganze jedoch anders dar. Der angebliche 40-minütige Austausch mit Zettelmaier sei nur ein „Vorsondier-Gespräch“ von geschätzten dreieinhalb Minuten gewesen. Dabei sei nichts über eine mögliche Koalition gesagt worden. Während seines Urlaubs hätte Zettelmaier ihn auch problemlos per Mail oder Handy erreichen können. Doch erst aus der AZ habe er von der Koalitionsbildung erfahren. Hintze überlegt nun, seine seit 2011 währende Zusammenarbeit mit SPD und Grünen im Samtgemeinderat fortzusetzen. Diese sei „bislang fantastisch gelaufen“.

Von Bernd Schossadowski

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