Schützenverein Kallenbrock: Die Hälfte der Mitglieder ist über 61 Jahre alt

„Wir kämpfen ums Überleben“

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Nicht nur der eigene Spielmannszug wird in diesem Jahr in Kallenbrock Musik machen, auch „Flutes and Drums“ sowie „Hard Rock Café“ treten werden im Schützenhaus auftreten.

Kallenbrock. In diesem Jahr soll alles anders werden – dafür jedenfalls will Tobias Schenk, Vorsitzender des Schützenvereins Kallenbrock, und sein Team sorgen. Das komplette Schützenfest soll auf links gedreht werden.

„Wir kämpfen langfristig ums Überleben“, sagt der Vorsitzende. Der Grund: Die Hälfte der rund 130 Mitglieder ist über 61 Jahre alt. Die Kallenbrocker Schützen ringen um Nachwuchs.

Mehr Pepp im Festablauf, das versprechen sich die Schützen vor allem durch eine komplette Umstrukturierung. Zwar werden Traditionen beibehalten, aber eben auch aufgebrochen. Ein Grundproblem steht hinter dem gesamten Vorhaben: „Wir fühlen uns der Bevölkerung verpflichtet, das Schützenhaus zu erhalten. Wenn es den Verein nicht mehr gibt, dann gibt es das Schützenhaus nämlich auch nicht mehr“, schildert Schenk. Und so findet das gesamte Schützenfest vom 6. bis 8. Juli dann auch im Kallenbrocker Schützenhaus statt. Eine Fahrt in die einzelnen Dörfer wird es nicht mehr geben. Die Leute sollen nach Kallenbrock kommen.

Um eben das zu erreichen, soll vor allem der Spaß im Vordergrund stehen, sagt der Vorsitzende: „Wir haben 25 Jahre lang das gleiche Programm abgespult, wir orientieren uns jetzt viel mehr an der Bevölkerung.“ Dafür sorgen soll in erster Linie die Musik. Zwar spielen am Freitag mit den Heidemusikern eine klassische „Schützenfest-Kombo“, aber noch am Abend werden „Flutes and Drums“ auftreten, die eben nicht nur klassische Schützenfest-Musik machen werden. Natürlich wird am Sonnabend auch ein Schützenkönig ausgeschossen, aber ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten wird der Auftritt der landkreisbekannten Band „Hard Rock Café“ ab 22 Uhr sein. „Sie spielen am Sonnabend bei uns, und das obwohl Stadtfest in Uelzen ist“, freut sich Tobias Schenk, blickt aber eben auch kritisch auf das Stadtfest. „Wir hoffen, dass wir den Saal vollkriegen.“

Der Sonntag des Kallenbrocker Schützenfestes steht ganz im Zeichen der Kinder, aber es werden keine Wettbewerbsspiele stattfinden – der Spaß steht im Vordergrund, es soll eine Art Sommerfest werden. Neu ist übrigens auch eine Seniorenrunde am Sonnabend. „Wir wollen ja auch die älteren Mitglieder einbeziehen“, sagt Schenk. Im Vorfeld des Schützenfestes wird es ein neues Ereignis geben: Alle fünf Schützenvereine der Samtgemeinde Aue werden am Dienstag, 15. Mai, bei einem Sternmarsch in Wrestedt ihre Einladungen für die Schützenfeste überreichen. „Wir wollen damit den Fusionsgedanken aufgreifen“, erklärt Tobias Schenk.

Von Jörn Nolting

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