„Vorschlag ist diskussionswürdig“

Sollten die Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt tatsächlich noch fusionieren, dann wird das Wrestedter Rathaus Amtssitz.

Wrestedt - Von Jörn Nolting. Von einer entspannten Atmosphäre sprach Wrestedts Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke in Bezug auf die Gesprächsrunde zur Strukturreform. Und das lag sicher nicht nur an der Umgebung im Café Zum alten Schafstall in Stederdorf, sondern besonders an der Kompromissbereitschaft der Wrestedter Sozialdemokraten. Sie stellten ihre Alternativlösung vor (die AZ berichtete). Aus den Gemeinden Wrestedt, Stadensen und Wieren soll eine neue Gemeinde entstehen, für die Bodenteicher bleibt alles wie geplant. Am Ende könnte dann eine neue Samtgemeinde mit vier Mitgliedsgemeinden stehen.

„Vom Grundsatz her ist das eine positiv aufzunehmende Überlegung“, findet Wrestedts Rathauschef und auch das Lager der Christdemokraten machte einen zufriedenen Eindruck und will darüber nachdenken. Parallel sollen aber auch Gespräche mit den Nachbarn aus Bodenteich geführt werden. In einem Monat, am Mittwoch, 6. Oktober, findet dann ein nächstes Treffen statt. Für Harald Benecke steht jedoch fest: „Bis zum 1. November 2011 wird es keine Neustrukturierung geben.“ Durch den Gesetzgebungsprozess und die Auflösung der Gemeinden wäre es erst zum 1. Januar 2013 soweit. „Aber wir wollen uns jetzt erstmal auf das Grundsätzliche konzentrieren und nicht gleich über die finanziellen Konsequenzen nachdenken“, sagt der Verwaltungschef.

Die Frage für die Wrestedter ist, ob so etwas überhaupt machbar ist. „Es ist auf jeden Fall diskussionswürdig“, sagt Harald Benecke. Auch aus Sicht der Regierungsvertreter ist der Vorschlag umsetzbar. Die Mehrverschuldung durch die zeitliche Verzögerung solle möglichst auch aufgefangen werden. Entscheidend ist natürlich auch, wie die Bodenteicher dazu stehen. Immerhin sollen Kurverwaltung und Waldbad vom Flecken Bad Bodenteich betrieben werden und nicht von der gemeinsamen Samtgemeinde. Für Wrestedts Samtgemeindebürgermeister steht fest: „Wir müssen was machen, sonst passiert es von selbst.“ Und dann gibt es keine 10 Millionen Euro Entschuldungshilfe vom Land Niedersachsen. Natürlich steht ihm jetzt auch wieder jede Menge Arbeit ins Haus, aber „dafür bekomme ich ja auch mein Geld“, schmunzelt Harald Benecke.

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