SPD sagt Nein zur Fusion

Die Sozialdemokraten der Samtgemeinde Wrestedt erteilen der Fusion eine Absage.Archivfoto: Mahler

Wrestedt - Von Jörn Nolting. Der SPD-Ortsverein der Samtgemeinde Wrestedt traf sich kürzlich zu einer Mitgliederversammlung. Hauptthema des Abends: die von der CDU geplante Fusion zur „Riesen-Samtgemeinde mit sechs Mitgliedsgemeinden“ zwischen Wrestedt und Bodenteich.

Einmal mehr wurde das Thema intensiv diskutiert und einmal mehr war das Votum der Mitgliederversammlung im Anschluss eindeutig. Einstimmig wurde der Fusion der Samtgemeinden Wrestedt und Bodenteich hin zu einer Samtgemeinde mit sieben Räten und mehr als 100 Ratsmitgliedern eine Absage erteilt. Die Mitgliederversammlung setzte damit ein weiteres Mal ein deutliches Zeichen gegen diese Pläne und stärkte damit den SPD-Fraktionen und ihren Partnern den Rücken. Über die Einstimmigkeit innerhalb der Wrestedter Sozialdemokraten in dieser Sache waren denn auch die anwesenden Gäste mehr als erstaunt.

Doch nicht nur die lokale Politik stand auf der Tagesordnung. Einen Blick warfen die Parteigenossen auch nach Hannover: Das Thema Diätenerhöhung im Niedersächsischen Landtag beschäftigte die Wrestedter SPD. Auch hierzu wurden viele kritische Stimmen laut. Eine Diätenerhöhung in Zeiten, in denen die Folgen der Wirtschaftskrise hauptsächlich auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen werden soll, passe nach Auffassung der Mitgliederversammlung nicht ins Bild. Unverständnis äußerten einige Mitglieder denn auch über die Höhe der Anhebung. Eine Gehaltserhöhung von fast acht Prozent sei ein Schlag in die Gesichter aller Bediensteten bei Justiz, Straßenbau, Polizei und in den anderen Landesverwaltungen, denen in den vergangenen sechs Jahren bereits erhebliche Streichungen zugemutet worden waren.

Da auch die SPD-Landtagsfraktion dieser Erhöhung zugestimmt hatte, wurde der Vorstand beauftragt, den Unmut der Basis in einem Schreiben an die Landtagsfraktion in Hannover zum Ausdruck zu bringen. „Ein Auftrag, dem ich gerne nachkomme“, so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Andreas Dobslaw, „schließlich sind wir von der Parteiführung zu Kritik aufgefordert worden und diese Einladung nehmen wir gerne an.“ Neben diesen beiden Hauptthemenblöcken gab es weitere Diskussionen und Gespräche zu Themen wie dem geplanten Kleintierkrematorium in Emern, bevor sich dann eine sehr emotionsreiche Versammlung dem Ende entgegen neigte.

Einmal mehr wurde deutlich, dass die Mitglieder des SPD-Ortsvereins nicht nur Interesse an den Geschehnissen in ihren Gemeinden, sondern auch an denen in der großen Politik haben und sich daran aktiv beteiligen wollen.

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