Geplanter Bau der Verbindung zwischen Lehmke und Groß Liedern wird deutlich teurer als erwartet

Radweg kratzt an Millionengrenze

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Der für 2017 vorgesehene Radweg Lehmke-Groß Liedern wird nach aktuellen Berechnungen rund 990 000 Euro kosten.

Lehmke. Der für 2017 vorgesehene Bau des Radwegs zwischen Lehmke und Groß Liedern (AZ berichtete) wird deutlich teurer als erwartet. Im Sommer 2015 hatte ein Ingenieurbüro eine Summe von voraussichtlich 652 000 Euro ermittelt.

Doch einer aktuellen Berechnung zufolge haben sich die Kosten für die 3,3 Kilometer lange Verbindung nunmehr auf rund 1,04 Millionen Euro erhöht. Diese Zahlen nannte Wrestedts stellvertretender Gemeindedirektor Alexander Kahlert jetzt in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses.

Unter anderem sind gestiegene Preise in der Baubranche für den geschätzten Kostenzuwachs verantwortlich. Allerdings hat sich die Wrestedter Verwaltung mit der Stadt Uelzen auf eine technische Änderung beim Radweg geeinigt: Eine asbesthaltige Beregnungsleitung wird dort nicht entfernt. „Sie bleibt im Erdreich und wird verdämmt. Das spart zwischen 50 000 und 60 000 Euro“, erklärte Kahlert. Unabhängig davon solle in direkter Nähe eine neue Beregnungsleitung verlegt werden.

Durch den Verzicht auf den Ausbau der alten Leitung lassen sich die Kosten für den Radweg auf etwa 990 000 Euro senken, so Kahlert. Trotzdem sei das eine immense Summe. „Da muss man sich erst mal setzen und das sacken lassen“, gab er zu. Kosten von 300 000 Euro pro Kilometer seien aber nichts Ungewöhnliches, habe ihm der Landkreis erklärt. Denn die Abrechnung eines anderen Radwegs habe kürzlich ein Kilometerpreis von rund 280 000 Euro ergeben.

Und so soll die neue Verbindung finanziert werden: 70 Prozent der Baukosten übernimmt das Land aus Mitteln seines Sonderprogramms. Den Rest teilen sich die Stadt Uelzen und die Gemeinde Wrestedt entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtstrecke. Weil 38 Prozent des Radwegs auf Wrestedter Gebiet verlaufen, muss die Gemeinde dafür rund 113 000 Euro aufwenden. Der Uelzener Eigenanteil beträgt etwa 184 000 Euro. Der genaue Zeitplan für den Radweg-Bau steht noch nicht fest.

Dagegen liegen die Pläne für einen anderen Radweg – die 3,4 Kilometer lange Verbindung zwischen Stadensen und dem B 4-Kreisel – für unbestimmte Zeit auf Eis. Kahlert verwies auf einen entsprechenden Beschluss des Wrestedter Rates von 2015 und auf die Aussage der Stadt Uelzen, dass sie für dieses Projekt keine Mittel bereitstellen will. Eine alleinige Finanzierung durch die Gemeinde Wrestedt – oder auch nur eines Teilstücks – sei wegen der hohen Baukosten utopisch, erklärte Kahlert. „Da liegt man erheblich über einer Million Euro.“

Zugleich betonte Kahlert, dass die Gemeinde im Jahr 2015 sowohl den Lehmker als auch den Stadenser Radweg beim Landkreis angemeldet habe. Ausschussmitglied Peter Ramünke (SPD) bestritt das jedoch. „Das ist im Fall von Stadensen nicht passiert“, sagte er. Deshalb schlug Ausschussvorsitzender Michael Bombeck (Grüne) vor, diese Streitfrage nun anhand der alten Ratsprotokolle zu klären.

Von Bernd Schossadowski

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