Bei Wieren baut die Avacon ein Umspannwerk / Neuartige Anlage ist besonders wartungsarm

Neue Technik für die Stromflut

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Baustelle im Schnee: Bei Wieren entsteht für 3,7 Millionen Euro ein neues Umspannwerk.

Wieren. Wenn es neblig ist, beginnen die Kabel zu knistern. Strom aus Windrädern, Biogasanlagen und Solarmodulen im Wendland wird im Umspannwerk Wieren von 110 Kilovolt auf 20 Kilovolt heruntertransformiert, bevor er ins Netz der Celle-Uelzen-Netz GmbH des Energieversorgers SVO fließt.

Seit August vorigen Jahres ist die 4000 Quadratmeter große Anlage in der Nähe der Aue eine Baustelle: Die Avacon errichtet das Umspannwerk für 3,7 Millionen Euro neu.

„Das Projekt ist aus der Energiewende begründet“, erklärt Avacon-Pressesprecherin Michaela Fiedler. Das alte Umspannwerk aus dem Jahr 1972 sei der gestiegenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf Dauer nicht gewachsen.

„In der Region Lüchow sind zurzeit 210 Megawatt dezentrale Erzeugungsanlagen installiert, davon allein 160 Megawatt Windenergie“, rechnet Michaela Fiedler vor. Auf Dauer wäre deshalb die Betriebssicherheit der Anlage in Wieren gefährdet gewesen, die ohnehin ihre Lebensdauer erreicht hat.

Während der Bauzeit nimmt ein provisorisches Umspannwerk die Energie aus dem Wendland auf, um die Stromversorgung sicherzustellen. Die neue Anlage wird mit einer Stromaufnahme von 4650 Ampere die doppelte Leistung vom alten Umspannwerk haben. Sie besteht aus sechs Schaltfeldern, vier Leitungsfeldern und zwei Trafofeldern. „Das ist eine Kompaktanlage, die sehr wenig Platz braucht und den weiteren Vorteil hat, dass sie extrem wartungsarm ist“, erklärt die Pressesprecherin. Dabei wird eine neuartige Technologie angewendet, bei der die Porzellanisolatoren in gasgefüllten Kästen stehen. Das ungiftige Gas Schwefelhexafluorid verhindert ein Überspringen des Funkens.

Derzeit ruht die Baustelle 800 Meter vom Wierener Ortsrand entfernt, auf der das Gebäude für die Steuerungstechnik entsteht. „Wir haben eine Pause von drei Wochen eingeplant“, berichtet Michaela Fiedler. Die Fertigstellung des Umspannwerks ist für Juni geplant.

2013 investierte die Avacon 155 Millionen Euro in ihr Netz. Davon flossen 75 Millionen in die Integration der erneuerbaren Energien. Letztlich bezahlt der Verbraucher. Die Netzentgelte für die Haushaltskunden wurden zum Jahreswechsel um vier Prozent erhöht.

Von Gerhard Sternitzke

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