Ostedter Forum plant Mitfahrerbänke

Neue Idee gegen schlechtere Busverbindungen

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So könnte es funktionieren: Andrea Berger, Vorsitzende des Ostedter Bürgerforums, ihr Stellvertreter Marcos Bastheim (rechts) und Schriftführer Frank Nierath sitzen auf einer Bank im Ort, die möglicherweise bald von Mitfahrern genutzt wird.

Ostedt. Die Busverbindungen im ländlichen Raum werden immer spärlicher, die Menschen wollen aber auch im Alter mobil sein und zum Arztbesuch oder Einkaufen in umliegende Dörfer fahren.

Wie lässt sich dieses Problem lösen? Dazu hat der Vorstand des Ostedter Bürgerforums jetzt eine neue Idee vorgestellt: In den Dorfmittelpunkten von Ostedt, Kroetze, Gavendorf und Könau wurden sogenannte Mitfahrerbänke aufgestellt. Das bedeutet: Wer dort sitzt, möchte mit dem Auto in andere Orte mitgenommen werden – Trampen für Bürger sozusagen.

Auf der Jahreshauptversammlung des Bürgerforums stellte der zweite Vorsitzende Marcos Bastheim jetzt das Projekt vor. Vorbild sei eine Mitfahrerbank in der Eifel, die sehr gut angenommen werde, berichtete er. In einigen Orten im norddeutschen Raum gebe es schon Nachahmer. „Warum können wir das hier in unserer Gegend nicht einfach mal versuchen?“, fragte Bastheim. Er schlug vor, Schilder mit der Aufschrift „Uelzen“, „Suhlendorf“ oder „Wieren“ an der Bank anzubringen, die der Nutzer je nach gewünschtem Zielort umklappen kann.

Die Resonanz auf der Versammlung fiel durchweg positiv aus. Unklar war jedoch, wie die Mitfahrer anschließend wieder nach Hause kommen. „Das könnte man bei der Hinfahrt individuell verabreden“, meinte Bastheim. Alternativ könnte für die Rückfahrt ein Taxi gerufen oder der öffentliche Bus genutzt werden.

„Die meisten Leute, die nach Suhlendorf fahren, wollen dort zum Einkaufen. Da kann man die Mitfahrer auf dem Rückweg ja mitnehmen“, meinte Katharina Bleisch, Schatzmeisterin des Forums. Vielleicht könnte auch in Suhlendorf eine solche Bank aufgestellt werden, sagte Bast-heim. Zwischen Ostedt und dem vier Kilometer entfernten Nachbarort gebe es nämlich keine direkte Busverbindung.

Zwei Bänke in Ostedt hat das Forum vor einigen Monaten renoviert – sie bieten sich für das Vorhaben an. Weitere müsste die Gemeinschaft nicht eigens anschaffen. „Ich habe noch zwei bis vier Bänke bei mir eingelagert, die ich gekauft habe, als der Trödelladen hier im Ort aufgegeben wurde“, erzählte Günter Nieschulze. Diese wolle er kostenlos zur Verfügung stellen, sie müssten nur noch neu gestrichen werden.

Birgit Zaulick regte an, die Autos, die an dem Mitfahrer-Projekt teilnehmen, mit einer Plakette zu kennzeichnen: „Dadurch weiß man, dass derjenige, der einen mitnimmt, kein Fremder ist. Da hat der Eine oder Andere vielleicht ein besseres Gefühl.“

Bei der nächsten Versammlung des Bürgerforums soll über die Bänke noch einmal im Detail diskutiert werden. Die wohlwollende Grundstimmung fasste ein Zuhörer zusammen: „Versuchen wir es.“

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