Landkreis hat Tafel 200 Meter näher an Wohnhäuser gerückt / Rat wirft Behörde „Irrsinn“ vor

Lüder: Ein Ortsschild wird zum Zankapfel

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Um den neuen Standort des Orteingangsschildes in Lüder, aus Bodenteich kommend, gibt es Streit. Der Landkreis hat das Schild näher an die Häuser herangerückt.

Lüder. Es handelt sich nur um 200 Meter, doch für den Lüderaner Rat macht diese Entfernung eine ganze Menge aus. Es geht um den neuen Standort des Ortseingangsschildes auf der Kreisstraße 15 in Lüder, aus Bad Bodenteich kommend.

Bislang hatte das Schild östlich der Brücke über den Elbe-Seitenkanal gestanden. Doch vor Kurzem hat der Landkreis es um 200 Meter in Richtung Westen und somit direkt an den Ortsrand versetzt – und zwar ohne Rücksprache mit der Gemeinde. Der Rat Lüder brachte seinen Unmut darüber jetzt zum Ausdruck.

„Es ist ein Irrsinn, dieses Schild dort wegzunehmen“, kritisierte Ratsherr Klaus Meyer (CDU). Er befürchtet, dass die Autos nun mit viel zu hoher Geschwindigkeit in den Ort hineinfahren werden. Denn bis zum Schild sind 100 km/h erlaubt. Dagegen habe der alte Standort jenseits des Kanals das Tempo der Fahrzeuge gedrosselt, bevor diese die Wohnbebauung erreichten. Meyer bangt vor allem um die Sicherheit der Kinder. „Das ist die Strecke, auf der sie von Lüder nach Bodenteich mit dem Rad zur Schule fahren“, sagte er. Außerdem gebe es kurz hinter dem Ortsschild eine Querung über die K 15 auf den dort beginnenden Radweg.

Einstimmig folgte der Rat einem Antrag der CDU-Mehrheitsfraktion. Demnach soll die Gemeindeverwaltung den Landkreis nun schriftlich bitten, das Ortsschild wieder an seinen ursprünglichen Platz zu versetzen. Falls das nicht möglich ist, sollten am alten Standort zumindest ein Tempo-70-Schild und ein Verkehrsspiegel aufgestellt werden, der die Sicht der Verkehrsteilnehmer auf die Straße verbessert, fordert der Rat. Von einer der beiden dort einmündenden Seitenstraßen sei die K 15 nämlich sehr schlecht einsehbar, erklärte Christiane Kruse (CDU). „Dies führte in der Vergangenheit bereits zu zwei tödlichen Unfällen und einigen gefährlichen Verkehrssituationen, obwohl damals nur Tempo 50 für innerorts zulässig war.“ Das Umsetzen des Schildes bezeichnete Kruse als „nicht hinnehmbar“.

Bürgermeister Jürgen Schulze (CDU) hat den Landkreis zu den Gründen für das Umsetzen des Schildes befragt. Die Antwort: „Die Ortstafel stand dort bisher falsch. Sie stand weit entfernt von jeglicher Bebauung vor der Kanalbrücke.“ Ortstafeln müssten den einwärts Fahrenden den Beginn der geschlossenen Bebauung anzeigen. „Das war bisher nicht der Fall und ist jetzt durch das Umsetzen der Ortstafel durch die Kreisstraßenmeisterei bereinigt worden“, teilte der Landkreis mit.

Dafür hat Tankmar Sauer (WGA) kein Verständnis. Es sei „total widersinnig, das Schild zu versetzen“, meinte er. Am liebsten wäre ihm, wenn am alten Standort ein 50er- und nicht bloß ein 70er-Schild aufgestellt würde. „Die Sicherheit geht dort absolut vor“, betonte er. Nun wartet der Rat auf eine Reaktion aus dem Kreishaus.

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