Der letzte Rechnungstag

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Der Kindergarten in Wieren schlug mit rund 273 000 Euro zu Buche.

Wieren – Von Ulrich Bleuel. Bürgermeister Peter Meyer zitierte einen Augenzeugenbericht aus der Chronik der Gemeinde Wieren. Aufgeschrieben 1972 anlässlich der Gemeindereform und dem Anschluss zur Samtgemeinde Wrestedt: „Eigentlich hätte Wieren zentraler Ort werden müssen, denn die neuen Gebilde sind für die Zukunft viel zu klein.

Da wäre es besser, gleich einen größeren Bereich zu schaffen, zum Beispiel eine Einheit Bodenteich-Wieren-Wrestedt…“ Subjektiv oder weitsichtig? Die Gemeinde Wieren wird es bald nicht mehr geben, aufgegangen in die Gemeinde Wrestedt innerhalb der Samtgemeinde Aue.

Auf dem letzten Rechnungstag der Gemeinde erinnerte der Bürgermeister daher an die Geschichte, blätterte in der Chronik, zählte die vielen Diskussionen um Kindergarten, Uhlenköperring, Schließung der Möbelfirmen in Emern und Wieren, Bahnübergänge in und bei Wieren oder das Sommerbad auf.

Zum 1. November endet die gut 100-jährige Geschichte der Gemeinde Wieren. „Die Weichen wurden gestellt, um die Zukunft zu gestalten.“ Dazu gehören in den nächsten Monaten auch die Änderung der Postleitzahl oder die Umbenennung von 16 Straßennamen. Auch im Haushaltsplan der Gemeinde sind offenbar die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt worden. Für 2010 jedenfalls konnte der zunächst ausgewiesene Fehlbedarf um rund 109 000 Euro reduziert werden. Gemeindedirektor Harald Benecke nannte Gründe: Höhere Gewerbesteuereinnahmen und eine positivere Entwicklung bei den Einkommenssteueranteilen als erwartet. Der Vermögenshaushalt hätte gar ausgeglichen werden können, wenn die vorfinanzierten Erschließungsbeiträge aus dem Baugebiet „Rübenfeld“ in Wieren wieder zurückgeflossen wären. „Die Vergabe von Bauplätzen hat sich nicht nur reduziert, sie ist zum Stillstand gekommen.“

Der Schwerpunkt der Ausgaben lag im vergangenen Jahr beim Kindergarten. Die Nettokosten beliefen sich auf rund 273 000 Euro. 110 Kinder werden hier in drei Vormittags-, einer Nachmittags- und zwei Krippengruppen betreut. Hier weitere Angebote zu schaffen, wird Aufgabe der neuen Samtgemeinde Aue sein, denn unter Berücksichtigung der Infrastrukturen könnten auch Kinder aus Soltendieck den Wierener Kindergarten besuchen.

Sichergestellt hingegen scheint eine Modernisierung der Straßenbeleuchtung, die in den nächsten sechs bis sieben Jahren abgeschlossen sein dürfte, so Benecke. „In den Haushalt der Gemeinde Wieren werden für 2011 voraussichtlich rund 58 000 Euro eingestellt werden.“

Zu bunt bebilderten Vorträgen luden abschließend Michael Walke mit einem Überblick über die Umsetzung des Erlebnisraumes Esterauniederung und Gemeindechronist Dieter Schoop über den Ablauf des Jahres 2010 ein.

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