Kritik an Supermarkt-Konzept

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Auf dem ehemaligen Thörmer-Gelände in Wrestedt entsteht in Kürze ein neuer Netto-Markt. Edeka-Marktleiter Carsten Koch kritisiert das Nahversorgungskonzept, das die Samtgemeinde hat erstellen lassen.

Wrestedt - Von Jörn Nolting. Über den geplanten Netto-Markt in Wrestedt auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Thörmer sind nicht alle Einwohner erfreut. Aus nachvollziehbaren Gründen, die auf der Hand liegen, kritisiert Carsten Koch vom Wrestedter Edeka-Markt den neuen Nachbarn. In seiner Kritik steht allerdings in erster Linie das Nahversorgungskonzept, dass von der Samtgemeinde in Auftrag gegeben wurde.

„Das Konzept ist einige Jahre alt und außerdem haben sich die Ersteller kein Bild vor Ort gemacht“, so die Kritik des Marktinhabers. Sie trifft besonders die Voraussetzungen, die von den Erstellern angenommen wurden. „Wrestedt ist eine Schlafgemeinde“, sagt Koch. Vor Ort ist kein großer Arbeitgeber, die meisten Einwohner sind gezwungen zu pendeln. Und auf eben diesem Weg von und zur Arbeit werden dann auch die meisten Einkäufe erledigt – und zwar meistens nicht in Wrestedt. „Es ist doch logisch, dass die Einwohner von Lehmke und Wieren lieber mal eben zum Einkaufen nach Uelzen fahren“, schildert der Edeka-Markt-Inhaber. Und so stand er bereits vor der Frage: Schließen oder Erweitern? Er entschloss sich zu erweitern und so wuchs der Markt 2009 von 550 auf 880 Quadratmeter. Laut Nahversorgungskonzept jedoch nicht genug Verkaufsfläche. „Das Konzept geht eben von 7000 Einwohnern aus“, erklärt Carsten Koch.

Auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses soll laut Koch übrigens nicht nur ein so genannter roter Netto-Markt entstehen, sondern ein kleines Einkaufszentrum mit Frischemarkt und Bekleidungsgeschäft. „Die treffen uns in allen Sortimenten“, so seine Sorge. Die Situation in Wrestedt ist für Koch nicht vergleichbar mit den Gegebenheiten in Suderburg oder Rosche. „Wir liegen eben kurz vor den Toren Uelzens.“ Klar ist ihm aber auch, dass er sich gegen den neuen Konkurrenten nicht wehren kann. „Netto betreibt das Gießkannenprinzip und setzt auf Masse, um gegen Lidl und Aldi zu bestehen“, erklärt Koch. Die Auswirkungen auf seinen Markt werden allerdings erst sichtbar, wenn der neue Netto steht.

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