Heiße Bilder mit neuer Kamera

Mit Hilfe einer Wärmebildkamera lassen sich Brandherde genau bestimmen. Die Feuerwehr der Gemeinde Wrestedt will ein solches Gerät anschaffen. Foto: dpa

Wrestedt. In der jüngsten Sitzung des Feuerschutzauschusses der Samtgemeinde Wrestedt im Herbst wurde der Antrag der Feuerwehr auf Beschaffung einer Wärmebildkamera, gestellt vom Gemeindebrandmeister Henning Tipp, zur Kenntnis genommen und auf die Fusion mit der Samtgemeinde Bodenteich verwiesen, die bereits eine Kamera angeschafft hat.

„Seitdem wurde das Thema nicht wieder behandelt“, beklagt sich die SPD-Ratsfrau Sylvia Meier. Nach Informationsgesprächen mit dem Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch sehen die Sozialdemokraten die Dringlichkeit der Anschaffung für den Bereich der Samtgemeinde als gegeben an.

„Das Gebiet der neuen Samtgemeinde Aue wird so groß sein, dass unter dem Aspekt des Zeitgewinns im Einsatzfall die Anschaffung sinnvoll ist. Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass die Führungskräfte unserer Wehren nur Beschaffungen beantragen, die wirklich notwendig sind“, unterstreicht Meier. In dem Fall lohne sich die Anschaffung dieses hocheffizienten Einsatzmittels und auch der Kosten-Nutzeneffekt spreche aus SPD-Sicht für sich. Die Wärmebildkamera dient dem Eigenschutz des Ersttrupps und Brandnester lassen sich schnell lokalisieren. Sie trägt zur Minimierung der Brandausbreitung bei und unterstützt die schnellst- mögliche Personenrettung. „Sie begrenzt somit Schäden jeglicher Art“, fasst Meier zusammen. Wrestedts Gemeindebrandmeister Henning Tipp ergänzt den Antrag auf Beschaffung einer Wärmebildkamera dahingehend, dass grundsätzlich für den Bereich der Samtgemeinde Wrestedt ein Brandschutzbedarfsplan und eine Gefahrenanalyse erstellt werden müsste. Dieses geht unter anderem auch aus einer Studie des Innenministeriums hervor. Um die geforderte Reaktionszeit von 17 Minuten einzuhalten, verbleibt den Brandschützern vor Ort zum Auffinden von Personen in Gebäuden grundsätzlich nur eine Minute. „Hierbei wäre der Einsatz einer Wärmebildkamera zwingend erforderlich. „Die Kamera muss immer zeitnah vor Ort sein“, so Tipp. Sofern Feuerwehrleute bei einem Atemschutzeinsatz in brennenden Gebäuden vermisst werden, ist ein Auffinden nur unter Zuhilfenahme einer Wärmebildkamera möglich.

Des Weiteren führt er aus, dass bei den in der letzten Zeit errichteten Lagerhallen im Brandfall mit den jetzt vorhandenen Mitteln nicht festgestellt werden kann, ob die vorhandene Stahlkonstruktion noch die entsprechende Stabilität für einen Innenangriff gewährleistet. Mit einer Wärmebildkamera könnte man die entsprechenden Temperaturen an den Konstruktionen messen. Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat der Samtgemeinde Wrestedt beantragt daher, der Samtgemeinderat möge beschließen, dass für die Feuerwehren in der Samtgemeinde Wrestedt zeitnah, spätestens aber bis zum Sommer dieses Jahres, eine Wärmebildkamera beschafft wird. Eine Entscheidung wird während der Sitzung des Samtgemeinderates am morgigen Mittwoch in Niendorf II getroffen. Beginn ist um 20 Uhr im Gasthaus Plehwe.

Von Jörn Nolting

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