Niendorf II: Kinder finden explosive Flak-Munition / Kontrollierte Sprengung

Mit der Granate nach Hause

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Überragt die Baumwipfel: Die Explosion der Flak-Granate im Wrestedter Bach schoss das Wasser mehrere Meter hoch.

Niendorf II. Anderthalb Kilogramm Sprengstoff und ein Zeitzünder – dieses explosive Gemisch einer Flak-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg hatten zwei Kinder aus Niendorf II am Dienstag beim Spielen auf einem Feld gefunden.

Nichtsahnend, welchen gefährlichen Stoff sie in ihren Händen hielten, brachten der 13-jährige Tim Orlowski und sein Freund den Sprengkörper zunächst nach Hause. Die Mutter eines der Jungen alarmierte sofort die Polizei. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Munster wurden gerufen und sprengten gestern Vormittag die Granate kontrolliert inmitten der Feldmark im Wrestedter Bach. Diese Sprengung war nach Auskunft von Sprengmeister Michael Tillschneider notwendig, da der Blindgänger mit einem Zeitzünder versehen war. Die Polizei sperrte sicherheitshalber den Bereich rund um die Kreisstraße 7 weiträumig ab, sodass die Spezialisten die Granate gestern gegen 10. 15 Uhr sicher sprengen konnten. Zu Sachschäden kam es nach Auskunft der Polizei nicht.

 

Im Zusammenhang mit dem Blindgänger macht die Polizei darauf aufmerksam, dass Grundstückseigentümer verpflichtet seien, den Fund von Kampfmitteln sofort anzuzeigen. Ansonsten würden sich die Eigentümer strafbar machen und setzten sich und andere Personen einer hohen Gefahr aus. „Zu den Kampfmitteln gehört sämtliche zur Kriegsführung bestimmte Munition, insbesondere Bomben, Minen, Granaten, Spreng- und Zündmittel.

Tim Orlowski

Oftmals sind Kampfmittel als solche nicht zu erkennen“, sagte Polizei-Pressesprecher Kai Richter gegenüber der AZ. Viele Kampfmittel seien bis zur Unkenntlichkeit verrostet oder ähneln im Aussehen handelsüblichen Gebrauchsgegenständen. Die Anzeigepflicht gelte im Übrigen auch für Spaziergänger, die Munition finden würden. Die Zuständigkeit liege bei der Gemeinde und der Stadt sowie der nächstgelegenen Polizeidienststelle. 

Von Jörn Nolting

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