Vier Bauwerke müssen dringend ersetzt werden

Gemarkung Stadensen: Die Last mit den Brücken

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Die Brücke an der alten Mühle in Stadensen ist marode und sollte laut dem von der Gemeinde Wrestedt bestellten Experten durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Lohmann

Stadensen. Sie ist schon etwas in die Jahre gekommen, 150 bis 160 Jahre alt und stellt eine wichtige Verbindung für Stadenser und Landwirte Richtung Breitenhees dar: die Brücke über das Wehr an der alten Mühle in der Mühlenstraße.

Jetzt wurde auf der Sitzung des Wrestedter Bauausschusses deutlich, dass die Brücke in einem sehr maroden Zustand ist und dringend gehandelt werden muss.

„Wir haben durch Zufall den schlechten Zustand der Brücke festgestellt und viele Unterspülungen gefunden“, sagt Bauamtsleiter Alexander Kahlert. Da vor allem Landwirte auf das Bauwerk angewiesen sind, um ihre Flächen erreichen zu können, hat man die Unterspülungen verfüllen lassen, die Brücke mit Gewichtsbegrenzung auf 2,8 Tonnen ausgestattet sowie das gleichzeitige Befahren aus beiden Richtungen verboten. Das alles verlängere aber nur die Nutzung der Brücke, löse aber nicht das eigentliche Problem.

„Das Bauwerk muss ersetzt werden. Alles andere ist Krampf und unwirtschaftlich“, sagt auch Bauingenieur Thorsten Löwe, der die Brücke im Auftrag der Gemeinde untersucht hat. Er rechne damit, dass es weitere Hohlräume und Unterspülungen im Unterbau der Brücke gebe. Weil es keine Baupläne für die Brücke gebe, wisse man noch nicht einmal, aus was der Unterbau der Brücke bestehe. Kahlert rechnet allein für den Neubau der Brücke mit grob geschätzten 300 000 Euro Kosten. Daher will sich die Gemeinde bemühen, Fördermittel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Verden zu erhalten.

Doch gibt es noch ein weiteres Problem, das vor einem Neubau geklärt werden muss. Die unmittelbar an die Brücke grenzende Mühle steht unter Denkmalschutz. Bevor also gebaut werden kann, müssen die Denkmalschutzbehörde und der Besitzer des Gebäudes ihr Einverständnis geben, so Kahlert.

Die Brücke an der alten Mühle ist aber nicht die einzige baufällige in der Gemarkung Stadensen. Noch drei weitere Brücken müssen ersetzt werden. Davon sind zwei in Besitz der Gemeinde und eine im Besitz der Samtgemeinde. Hier rechnet Kahlert grob mit 200 000 Euro Kosten pro Brücke. „700 000 Euro für die Gemeinde, das ist ein tiefer Schluck aus der Pulle“, so Kahlert. Denn es gebe keine Förderung mehr für den Erhalt der Wirtschaftswege und ihrer Brücken. „Beim Erhalt der Wirtschaftswege hinken wir um Jahrzehnte hinterher, das reißt uns die Beine weg“, sagt Kahlert.

Die drei Brücken beschäftigen die Gremien schon seit 2007. Leider hätten sich frühere Hoffnungen auf eine finanzielle Förderung durchs NLWKN nie erfüllen lassen, so Kahlert. „Die damalige Gemeinde Stadensen hatte finanziell keine Möglichkeit, das zu stemmen. Über die Situation, die jetzt herrscht, sind die Landwirte zu Recht sauer.“

Von Lars Lohmann

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