Wieren: Saisonabschluss der „offenen Gärten“ / Jochen und Elisabeth Steinhagen begeisterten mit Poesie und Grün

Ein Garten im Sinne Hundertwassers

Eine runde Sache ist auch die Zaunführung.

Wieren. Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. Sinnsprüche in Bäumen und Sträuchern gehängt, regen die Fantasie auf der Suche nach dem Natürlichen an. Nicht nur an der Schönheit der Pflanzen soll sich der Besucher erfreuen, sondern neben der Seele vielleicht auch ein wenig den Geist reifen lassen, Ruhepunkte für Auge und Gemüt finden.

Ganz ist der „goldene Herbst“ in diesem Garten noch nicht angekommen. Fotos: Bleuel

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. Ein anregender Willkommensgruß – im „offenen Garten“ in Wieren. Die Saison der „offenen Gärten“ in der Region Uelzen schloss am Wochenende für dieses Jahr ihre Pforten. Einmal noch konnten sich die Besucher von der Herbststimmung einfangen und sich im Garten von Jochen und Elisabeth Steinhagen inspirieren lassen. Seit 1987 sind die beiden hier in einem ruhigen Winkel von Wieren zuhause. Das Gartengelände hat mit seinen rund 20 000 Quadratmetern fast schon parkähnliche Ausmaße. Vor drei Jahren haben die Besitzer einen Teich angelegt, der als Biotop ein Blickfang ist. Rund um das Gewässer unterbrechen Baumgruppen das Wiesengelände bis zur Aue als natürliche Grenze.

Farbenfroher „Grußvogel“.

Der Garten ist ganz im Stil eines Friedensreich Hundertwasser angelegt. Gerade Wege gibt es nicht. Alles ist in sich schwungvoll, auch die teilweise als Flechtwerk versehenen Holzzäune passen sich dieser Harmonie an. Kleine Sitzgelegenheiten bieten Rückzugsorte für Ruhe und Entspannung. Treppen und Stufen führen zwischen aus Feldsteinen errichteten Mauern auf verschiedenen Ebenen durch den Garten, führen zum alten Schafstall, zum Überraschungsbeet aus Sand und Schafmist, aus dem im Sommer eine Blumenweise sprießte und nun Kürbisse leuchten. Es ist ein sonniger Frühherbst. Und doch ist die goldene Jahreszeit noch nicht angebrochen, ist die Explosion der Farben noch nicht eingetreten, das bunte Laub an den Bäumen noch nicht zu sehen. Dafür blühen die Herbstastern und letzte Rosenblüten scheinen mit ihrer Leuchtkraft den Sommer verabschieden zu wollen.

Und so ließ sich an zwei schönen Tagen inmitten der Gartenpracht ein herrliches Wochenende genießen. Bei Kuchen und vom Hausherrn gekochtem Kaffee auf der Terrasse oder im Gartenzimmer sitzend und plaudernd.

Von Ulrich Bleuel

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