Freude über den Bürgerpfad

Bürgermeister Kai Städing griff zur Schere.

Nettelkamp. Ein kleiner Rückblick sei gestattet. Beim Rechnungstag der Gemeinde Stadensen im vergangenen Jahr stellte Andreas Dobslaw eine Idee vor, die er gemeinsam mit weiteren Bürgern aus Nettelkamp und Stadensen weiterentwickelt hatte:

eine gefahrlose Verbindung für Fußgänger und Radfahrer entlang der vielbefahrenen Kreisstraße zwischen den beiden Ortschaften. Ein seit Jahrzehnten von vielen Bürgern gehegter Wunsch, der mangels öffentlicher Mittel bis zu diesem Zeitpunkt nicht umgesetzt werden konnte.

Die Initialzündung auf dem Rechnungstag nahm einen fast schon sensationellen Verlauf. Aus beiden Dörfern trugen sich viele Bürger in die Helferliste ein, Spenden wurden zugesagt und gegeben, die Planungen nahmen Gestalt an. Und beim diesjährigen Rechnungstag dann der „Startschuss“. Es waren mehr als genügend Spenden eingegangen, um das Unternehmen „Bürgerpfad“ in Gang zu setzen.

Die Bauphase, die im März begann, betrug lediglich drei Monate. In dieser Zeit war der 1365 Meter lange Weg fertig gestellt. Probleme gab es eigentlich nur durch die Trockenheit. Das Sandgemisch musste in den letzten Tagen noch mehrmals durch Landwirte bewässert und gewalzt werden, um die gewünschte Festigkeit zu erreichen. Die im April erstellte Brücke über das Bächlein Bünau nutzte Bürgermeister Kai Städing, um mit der „goldenen“ Schere der Gemeinde Stadensen den Bürgerpfad offiziell zu eröffnen und damit auch gleichzeitig einen 8,5 Kilometer langen Rundkurs über die beiden Dörfer und Wrestedt freizugeben.

Runde 60 000 Euro hat der Bürgerpfad gekostet. Eine offizielle und genehmigte Abrechnung wird es in nächster Zeit geben. Fest steht, dass es Spenden in Höhe von gut 40 000 Euro gegeben hat, worunter neben den Barmitteln auch etwa 10 000 Euro Sachspenden sind. Für die Gemeinde Stadensen verbleibt damit „nur noch“ ein Kostenanteil von 20 000 Euro. Im Falle eines administrativen Ablaufes hätte der Gemeindeanteil wohl bei etwa 58 000 Euro gelegen.

Ein solches Bürgerengagement wird keine Schule machen und natürlich hat es auch kritische Stimmen gegeben, die den Bau eines Rad- und Fußgängerweges als ureigenste Aufgabe der zuständigen Behörden ansehen. „Für die meisten aber war es eine Herzensangelegenheit“, wie es Kai Städing und Andreas Dobslaw im Gespräch versicherten und dabei auf eine irgendwie „angeborene Einstellung“ der Nettelkamper und Stadenser zum Ehrenamt bauen konnten.

Wie zum Beispiel bei Hans-Dieter Reichel aus Stadensen und August Oetzmann aus Nettelkamp, die als „Bauleiter West und Bauleiter Ost“ die Koordination der eingesetzten freiwilligen Helfer übernahmen und natürlich selbst mit anpackten. Dafür gab es stellvertretend für alle eine Anerkennung durch den Bürgermeister und ein „Prost“ auf das abschließende Bürgerfest.

Von Ulrich Bleuel

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