Der traditionsreiche Wrestedter Herbstmarkt wird gründlich „umgekrempelt“

Das Aus für die Festscheune

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Die Festscheune gibt es nicht mehr, der Autoscooter bleibt: Der Wrestedter Herbstmarkt wird in diesem Jahr halbiert, weil nicht genügend Platz für ein Festzelt gegeben ist.

Wrestedt. Er ist eine feste Institution im Kalender der Gemeinde Wrestedt: Der Herbstmarkt am zweiten Septemberwochenende. Seit 1973 gibt es dieses Volksfest in Wrestedt und ausgerechnet die 40. Auflage wird wohl gravierend anders aussehen als bisher.

„Der Festscheunenbetrieb wird zum 30. Juni eingestellt“, begründet Wrestedts Gemeindedirektor Harald Benecke die Veränderung. Den Herbstmarkt wird es allerdings trotzdem geben, aber in einer abgespeckten Version. Auf den Autoscooter jedenfalls müssen die Kinder nicht verzichten. Die Einschnitte betreffen in erster Linie die Veranstaltungen, die bisher in der Festscheune stattgefunden haben. Das Bürgerfrühstück, der Tanzabend und der Ball, der Gottesdienst am Sonntag und die Möglichkeit für das Kaffeetrinken wird es vom 7. bis 9. September nicht mehr geben.

„Was wir mit dem Laternenumzug und dem Feuerwerk machen werden, das überlegen wir noch“, sagt Benecke.

1973 rief der damalige Ratsherr Jürgen Kudritzki gemeinsam mit der Schaustellerfamilie Mantau den Wrestedter Herbstmarkt ins Leben. Organisiert wurde und wird das kleine Volksfest von der Gemeinde. Im ersten Jahr fand es auf dem Hof Peesel noch ohne Festzelt statt, später dann mit. Inzwischen ist der Ursprungsort allerdings bebaut. „Damals fand am Sonnabend um 20 Uhr ein Marktball statt“, erinnert sich Harald Benecke, der in den 40 Jahren keine Veranstaltung ausgelassen hat. Punkt 20 Uhr war das Zelt voll. Das hat sich im Laufe der Jahre verändert. Vor 22 Uhr war kaum etwas los.

Das Festzelt war nicht mehr notwendig, als Jürgen Kudrizki eine alte Scheune auf dem ehemaligen Hof Oetzmann gepachtet und zur Festscheune ausgebaut hat. Aufgrund der engen Bebauung bekam er eine begrenzte Benutzung am Wochenende. Das hieß, dass bis 1 Uhr der Betrieb dort laufen durfte, aber ab 22 Uhr nur noch mit begrenzter Lautstärke. „Es kam häufig zu Problemen mit den Anliegern“, weiß der Gemeindedirektor. Ausschlaggebend war auch das Nichtraucherschutzgesetz, denn dadurch standen Gruppen auf dem Hof vor der Scheune und auch die Tür öffnete sich immer häufiger und die Musik schallte natürlich durch den Ort. Die Schließung der Festscheune zum 30. Juni betrifft nun auch den Markt im Herbst.

„Wir haben lange nach Ersatz gesucht“, sagt Benecke. Er und die Ratsmitglieder haben beispielsweise überlegt, den Markt nach Stederdorf auszulagern in das Café „Zum alten Schafstall“. Das hat jedoch nicht funktioniert, weil der Zeltbetrieb dort keinen Platz findet. Auch auf dem Schulsportplatz gibt es Probleme: Dort gibt es keinen Wasser- und keinen Stromanschluss. Außerdem besteht die Gefahr, dass bei schlechtem Wetter der Sportplatz völlig zerfahren wird. Deshalb findet ein „halber“ Markt auf dem Hof Peesel statt.

Von Jörn Nolting

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