Ausschuss weist Anfrage zurück

Esterholzer demonstrieren gegen „Swingerclub“: „Nein“ für die Nachteulen

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Demonstration vor dem Wrestedter Rathaus: Esterholzer Bürger machen deutlich, dass sie keinen „Swingerclub“, auch kein Vereinsheim der „Nachteulen“, in ihrem Dorf haben wollen.

Wrestedt/Esterholz. Elf Esterholzer Bürger demonstrieren heute Nachmittag vor dem Rathaus in Wrestedt. „Wir wollen keinen Swingerclub in Esterholz“ und „Wir sagen Nein zum Eulenhof“, steht auf ihren Transparenten.

Alexander Kahlert: „Einvernehmen versagt“.

Der Anlass: Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Wrestedt hat über eine Bauvoranfrage zum Umbau einer Scheune im Dorf zu entscheiden. Hier möchte Klaus-Dieter Thuß-Könecke nach eigenen Angaben im nächsten Jahr ein „Vereinsheim“ für seinen Verein „Nachteulen“ eröffnen (AZ berichtete). Dass bei den Treffen Sex eine Rolle spielt, hat er auch gegenüber der AZ eingeräumt „Es ist doch klar, worum es dabei geht“, sagt eine der Demonstrantinnen. Im Internet vermeidet Thuß-Könecke, dessen Verein bislang in Harburg ansässig ist, allzu offensichtliche Hinweise auf den Zweck des dortigen Treffpunkts. Seine Gäste loben aber die „Spielwiese“, die übrigens in Rot und Schwarz gehalten ist. „Das alles unter dem Deckmantel eines Vereins“, wie einer der Anwohner meint.

„Wir haben nichts gegen die, aber sie sollten sich an einem Ort treffen, wo sie nicht stören“, findet Anwohner Stefan Kraut. Die Esterholzer befürchten, dass die Ruhe in dem 70-Einwohner-Dorf dahin ist, wenn 80 bis 100 Gäste am Wochenende einfallen und bis in die Nacht Fahrzeuge und Musik zu hören sind. „Sie sollen in der Großstadt bleiben“, sagt dazu Demonstrantin Anna Maria Baucke.

So ähnlich sieht das auch das wie immer nichtöffentlich tagende Gremium im Rathaus. „Der Verwaltungsausschuss hat gerade mehrheitlich entschieden, dass das Einvernehmen versagt wird“, informiert Gemeindedirektor Alexander Kahlert nach der Sitzung. „Es handelt sich um eine kerngebietstypische Vergnügungsstätte, die nicht ins Dorfgebiet passt.“ Zu diesem Ergebnis sei man auch nach dem Studium der einschlägigen Internetseite der Harburger „Nachteulen“ gekommen, berichtet Kahlert auf AZ-Nachfrage. Die Stellungnahme sei bereits mit dem Landkreis Uelzen abgesprochen, der abschließend über die Bauvoranfrage zu entscheiden hat.

Kritisch sehen Verwaltung und Kommunalpolitiker auch die Parkplätze für eine so große Zahl von Gästen. Sie lägen im Außenbereich und trügen zur Zersiedelung der Landschaft bei, so Kahlert. Gegen eine endgültige Ablehnung seines Bauvorhabens könnte Thuß-Könecke vor dem Verwaltungsgericht klagen.

Von Gerhard Sternitzke

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