Familienzentren in Wieren und Wrestedt ziehen nach einem Jahr Bilanz / Suche nach Angeboten

„Ein kleinschrittiges Wachsen“

Jung und Alt backen gemeinsam: Im Seniorenheim in Stadensen werden verschiedene Aktionen der Bewohner mit den Kindern des Wrestedter Kindergartens veranstaltet.

Wieren/Wrestedt. In Nordrhein-Westfalen sind Familienzentren poltisch verordnet, in Wieren und Wrestedt gibt es sie inzwischen seit einem Jahr – allerdings auf freiwilliger Basis.

Astrid Wojcik in Wieren und Guido Wrage in Wrestedt sind die Schöpfer und haben das Projekt in den jeweiligen Kindergärten aus der Taufe gehoben. „Wir haben den Vorteil hier, dass wir es hier wollen“, sagt Wojcik mit Blick auf die Verordnung im Nachbarbundesland.

Alles im Eimer? Beim Gartentag wird auch viel getobt.

Ein Jahr bereits gibt es diese Einrichtungen in den beiden DRK-Kindergärten. Zeit für die beiden eine kleine Bilanz zu ziehen. Und die fällt positiv aus. Zwar wünschen sich die beiden schon mehr Beteiligung von Eltern, deren Kinder nicht mehr den Kindergarten besuchen, aber „es soll ein langsames, kleinschrittiges Wachsen“ sein, so Wrange. Für ihn liegt es auf der Hand, dass Eltern, deren Kinder die beiden Kindergärten besuchen, sich auch schneller in die Listen für die jeweiligen Aktionen eintragen. Ziel des Familienzentrums ist es, wie der Name schon sagt, Angebote für die ganze Familie bereitszustellen. Der Unterschied zu Mehrgenerationzenren? „Familienzentren haben sich aus Kindergärten entwickelt, Mehrgenerationenzentren auch Seniorenzentren“, erklärt Wojcik. Doch soll auch in den Familienzentren die ältere Generation angesprochen werden. In Wrestedt klappt das schon sehr gut: „Wir arbeiten eng mit dem Seniorenpflegeheim in Stadensen zusammen“, schildert Wrage. Dort backen die Senioren und die Kinder beispielsweise gemeinsam Weihnachtskekse. „Die Senioren haben auch vor Ostern Eier auf dem Kindergartengelände versteckt“, sagt Wrage.

Angebote für Kinder gehen übrigens weg wie warme Semmeln. „Sobald die Listen aushängen, sind sie voll“, weiß Wrage zu berichten. Schnupper-Voltigieren beispielsweise ist heiß begehrt. Die Angebote für Erwachsene habe eine unterschiedliche Resonanz. In Wieren hat sich beispielsweise der Yoga-Kurs etabliert. Und zwar mit Erwachsenen, die keine Kinder im Kindergarten haben. Sehr nachgefragt wird auch der Erste-Hilfe-Kurs am Kind.

Doch im Angebot stehen auch Aktionen mit Kindern und Eltern gemeinsam. „Die Garten-Aktion lief schleppend an, aber schon jetzt gibt es die ersten Nachfragen“, berichtet Wojcik. „Die Eltern sind dankbar dafür, dass sie von uns Ideen bekommen, was sie mit ihren Kindern unternehmen können“, sagt Wrage zu den Angeboten, die natürlich kostengünstig und vor der Haustür stattfinden.

Die beiden Koordinatoren der Familienzentren sind auch weiterhin an einem großen Pool von Freiwilligen interessiert. „Es reicht völlig aus, ein Mal im Jahr eine Aktion anzubieten“, sagt Wrage. Für Rückfragen stehen in Wieren Astrid Wojcik unter Telefon (0 58 25) 18 88 und in Wrestedt Guido Wrage unter Telefon (0 58 02) 3 05 zur Verfügung.

Von Jörn Nolting

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