Baustopp in Emern

Das Fundament steht, die Arbeiten ruhen: Das Oberverwaltungsgericht verhängte einen Baustopp für das Heimtierkrematorium in Emern.

Emern - Von Jörn Nolting. Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat den Bau des Heimtierkrematoriums in Emern vorerst gestoppt. Die vom Landkreis Uelzen erteilte Genehmigung sei nicht ausreichend, sagte ein Sprecher des OVG am gestrigen Dienstag.

Für das geplante Krematorium in Emern gibt es bisher nur eine baurechtliche Genehmigung. Nötig ist aus Sicht des Gerichtes aber auch eine Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz, bei der auch mögliche schädliche Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen untersucht werden müssen.

In Emern knallten schon am Montagabend die Sektkorken. „Unser Anwalt hat uns am Montag den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts mitgeteilt“, freut sich Werner Fricke, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) für ein lebendiges Emern, und spricht von einem „Dämpfer für den Landkreis, die Politik und die Verwaltung“. Klar ist aber auch: Die Nachbarn und Vertreter der BI haben den Prozess gegen den Landkreis noch nicht gewonnen, aber sie haben einen ersten Erfolg errungen. „Der Widerstand hat das Dorf zusammengeschweißt“, sagen die beiden Einwohnerinnen Caroline Schulze und Uta Kopp. Jetzt bleibt zwar erstmal Zeit zum Luftholen, aber „wir legen nicht die Hände in den Schoß“, unterstreicht Fricke.

Martin Theine, Sprecher des Landkreises Uelzen sagt, dass jetzt der Bauherr des Krematoriums als Antragsteller am Zug sei. Er habe mehrere Möglichkeiten, auf die Entscheidung des Gerichtes zu reagieren. Der Betreiber des Heimtierbestattungszentrums war gestern leider nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Besonders erbost sind die Einwohner aus Emern noch immer, dass das Heimtierkrematorium auf dem ehemaligen Hof des Ortsbürgermeisters Peter Meyer entstehen soll. Dieser habe seine Privatinteressen an der Mehrheit im Dorf vorbei verfolgt, kritisiert der Sprecher der BI: „Die Tierasche würde den direkten Nachbarn auf der Veranda aufs Butterbrot fliegen.“ Doch nun ruhen die Arbeiten auf dem Gelände.

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