Leer stehendes Gebäude ist als Unterkunft für 30 bis 40 Flüchtlinge im Gespräch

Asyl im ehemaligen Seniorenheim in Stadensen?

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In diesem ehemaligen Seniorenpflegeheim in Stadensen werden möglicherweise Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht.

Stadensen. In der Samtgemeinde Aue werden die möglichen Standorte für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern konkreter. Bekannt ist, dass auf dem ehemaligen BGS-Gelände in Bad Bodenteich eine Unterkunft für bis zu 150 Menschen geschaffen werden soll.

Nach Aussage von Samtgemeindebürgermeister Harald Benecke steht nun eine weitere Unterkunft in Aussicht: das frühere Gebäude des Seniorenpflegeheims in Stadensen, das seit dem 1. September leer steht.

Dazu ist laut Benecke ein Informationsabend für Bürger am Dienstag, 22. September, ab 19 Uhr im Schützenhaus in Kallenbrock geplant. „Dort werden der Landkreis Uelzen und wir über den aktuellen Stand zum Thema Flüchtlinge informieren“, kündigt Benecke an. Nach seinen Worten könnte das Gebäude des einstigen Pflegeheims in Stadensen Platz für 30 bis 40 Personen bieten.

Bis vor wenigen Tagen hatte das Gesundheits- und Pflegeteam Jens Weißbach die Immobilie an der Achterstraße gepachtet. Der Vertrag sei durch den Pächter zum 31. August gekündigt worden, bestätigt Peggy Weißbach, Leiterin des ambulanten Pflegedienstes, auf Anfrage der AZ. Die Bewohner des Pflegeheims seien auf andere Einrichtungen verteilt worden. Der Landkreis, dem das Stadenser Gebäude laut Benecke zur Vermietung angeboten worden sei, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch in Nettelkamp, am Waldweg in Bad Bodenteich und in den ehemaligen Zollhäusern in Thielitz leben derzeit Flüchtlinge und Asylbewerber, berichtet Benecke. Die aktuelle Zahl genau zu ermitteln, sei für die Samtgemeinde aber nicht so einfach. „Wir bekommen vom Landkreis die Information über die Zuweisung. Es ist aber nicht klar, ob die betreffenden Personen dann auch wirklich da sind oder nicht“, gibt der Verwaltungschef zu. So seien einige von ihnen in andere Regionen zu Verwandten oder Freunden umgezogen, ohne sich bei der örtliche Kommune abzumelden. „Das erschwert unsere Planung. Die Menschen werden weiter in unserer Liste geführt, obwohl sie nicht mehr da sind.“

Diese Probleme würden aber nicht dazu führen, dass plötzlich mehr als die geplanten 150 Personen in die früheren BGS-Gebäude in Bad Bodenteich einziehen, betont Benecke. „Das glaube ich nicht, denn der Betreiber ,Human Care‘ ist dort viel enger als wir dran.“ In der kommenden Woche wolle die Samtgemeinde Aue zusammen mit dem Landkreis die aktuellen Personenzahlen abgleichen.

Von Bernd Schossadowski

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