Wohin mit den Planwegen?

Querung der A39: Die Varianten „rosa“ und „3“ werden von der Gemeinde favorisiert.

Lessien. Nach der Arbeitskreissitzung zur A 39 (das IK berichtete) soll es im kleinen Kreis mit Vertretern der Gemeinde Ehra-Lessien, der Samtgemeinde Brome und der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am 29. März ein weiteres Gespräch geben. Zur Vorbereitung trafen sich am Sonnabend Vertreter der Landwirtschaft, der Jagdgenossen, der Bürgerinitiative und der Gemeinde am Lessiener Schützenheim, um insbesondere ihre Vorschläge für eine optimale Streckenführung für die landwirtschaftlichen Wege abzusprechen.

Eine Querung der A 39 per weiterer Brücke oder gar ein Tunnel südlich der geplanten 130 Meter langen und acht Meter hohen Brücke östlich von Lessien und südlich der B 289 stehe nicht zur Diskussion, machte Bürgermeisterin Jenny Reissig (SPD) gleich zu Beginn klar. „Das wird niemand genehmigen.“

Als Alternativen stellte die Ortschefin vier Möglichkeiten vor. Favorisiert wurden von der Runde schließlich eine Verlängerung der schon bestehenden Verbindung „Am Hagen“ (Variante 3) oder eine Abzweigung der Dorfstraße Richtung A 39 mit anschließender paralleler Führung zur Autobahn bis zu der geplanten Brücke und dann wieder zurück („Variante rosa“). Letzteres sei zwar die längste Strecke, doch je nachdem, wo man wohne, auch für manche eine günstige Variante, hieß es.

Weniger gefielen die beiden anderen Varianten, Stichstraßen von der Dorfstraße direkt zur geplanten Brücke hin (Varianten 1 und 2). Damit würden Ackerflächen zerschnitten, was nachteilig bei Flurbereinigungen sei. „Die Variante muss aber für Fahrzeuge mit 40 Tonnen ausgebaut werden. Acht Tonnen ist nur ein leerer Schlepper“, lautete die Forderung der Landwirte.

Die Forderung, die geplante Brücke weiter nach Süden zu verschieben, um sie unterqueren zu können, sei ebenfalls aussichtslos, merkte Reissig an. Ärgerlich sei, dass bei den Planungsunterlagen manchmal Teile fehlten, die „für uns wichtig sind“, sagte die Bürgermeisterin. Weiter fordern werde die Gemeinde einen Ausbau der L 289 nicht nur bis zum Ortseingang Ehra, sondern bis zur Kreuzung.

Ärger gibt es auch um den Schallschutz für 19 Wohnhäuser in Lessien. „800000 Euro für eine Lärmschutzwand ist dem Staat zu teuer. Für Tiere und Pflanzen gibt man viel Geld aus, für Menschen offensichtlich nicht“, ärgerte sich Reissig. Für Ehra sei überhaupt kein Schallschutz geplant. Vor allem in den Nachtstunden sei der Lärmpegel zu hoch. Als Alternative zu einer Lärmschutzwand, die die Fahrgeräusche gerade einmal um einen Dezibel reduzieren würde, schweben der Landesbehörde passive Lärmschutzmaßnahmen wie besser isolierte Fenster vor. Pro Einzelfall schlagen die mit 20 bis 25 000 Euro zu Buche, hieß es.

Eine weitere Idee kam von Roland John von der Bürgerinitiative gegen die A 39. „Man könnte auch auf dem Kirchenacker östlich von Lessien Bäume anpflanzen. Die schlucken mehr Schall als alles andere. Außerdem kann das als Kompensationsfläche dienen.“

Von Burkhard Ohse

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